Pharma

Biontech schließt Standorte – gut 800 Curevac-Jobs betroffen

Biontech hat seinen früheren Impfstoff-Konkurrenten erst kürzlich komplett übernommen. Nun wollen die Mainzer sparen - und in Tübingen und an anderen Standorten droht der Kahlschlag.

Biontech schließt Standorte seines früheren Konkurrenten Curevac - auch Tübingen. (Archivbild) Foto: Christoph Schmidt/dpa
Biontech schließt Standorte seines früheren Konkurrenten Curevac - auch Tübingen. (Archivbild)

Mainz (dpa) - Der Impfstoffhersteller Biontech will mehrere Standorte schließen - darunter auch Standorte des übernommenen Konkurrenten Curevac. Von den Plänen sind dem Mainzer Unternehmen zufolge ungefähr 820 frühere Curevac-Beschäftigte betroffen. Der Standort in Tübingen und frühere Hauptsitz von Curevac soll bis Ende 2027 geschlossen werden. 

Das Management des Biopharma-Unternehmens begründet die Einschnitte mit einer zu geringen Auslastung, Überkapazitäten und Kostensenkungen. Von den Plänen sind neben den früheren Curevac-Standorten auch die Biontech-Produktion in Idar-Oberstein, Marburg und Singapur betroffen. Insgesamt sollen bis zu 1.860 Stellen gestrichen werden.

Biontech hatte 2025 angesichts hoher Entwicklungskosten einen Verlust in Milliardenhöhe gemacht. Auch im ersten Quartal 2026 schrieb das Unternehmen rote Zahlen. Das Management rechnet nach vollständiger Umsetzung der Maßnahmen im Jahr 2029 mit wiederkehrenden jährlichen Einsparungen von bis zu rund 500 Millionen Euro. Die Mittel sollen für die Forschung, Entwicklung und Markteinführung von Medikamenten gegen Krebs eingesetzt werden.

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Onkologie im Fokus

Biontech, das in der Corona-Pandemie Milliarden mit seinem Corona-Impfstoff verdient hatte, entwickelt Medikamente auf mRNA-Basis gegen Krebs und andere Krankheiten. Jüngst wurde das Biotechnologieunternehmen Curevac aus Tübingen übernommen. Bis 2030 wollen die Mainzer mehrere Zulassungsanträge für Onkologie-Kandidaten gestellt haben.