Brennholz in Hessen: Was Kaminofenbesitzer wissen sollten
Wie unterscheiden sich ofenfertiges und vorgetrocknetes Holz im Preis? Und was sonst gilt es beim Kauf und bei der Lieferung zu beachten.
Mittenaar/Kassel (dpa/lhe) - Wenn es draußen herbstlich-ungemütlich wird, ein kalter Wind pfeift und trübes Nebelwetter auf die Stimmung drückt, beginnt für viele in Hessen wieder die Kaminsaison. Das gemütliche Knistern, das Spiel der Flammen und die wohlige Wärme helfen gegen den Herbstblues. Doch wie tief müssen Kaminofenbesitzer und andere in die Tasche greifen, um sich mit Brennholz einzudecken? Gibt es genug Holz auf dem Markt? Welche Tipps helfen beim Kauf?
Wie viel kostet Brennholz in Hessen?
Ein Schüttraummeter Buche mit 25 Zentimeter langen Scheiten kostet bei Händlern in Hessen derzeit im Schnitt zwischen 135 und 155 Euro, wie Stichproben zeigen. Gravierende Preisunterschiede zwischen Nord-, Mittel- und Südhessen gibt es nicht.
Wovon hängt der Preis ab?
Eine Rolle spielen unter anderem Holzart, Trocknung, Verarbeitung, Transport und Nachfrage. Auch die Länge der Scheite wirkt sich aus: Je kürzer sie sind, desto teurer sind sie meist. Lieferkosten kommen häufig noch hinzu. Sie hängen zum Beispiel von der Bestellmenge und dem Lieferweg ab.
Ist trockenes Holz teurer?
Ja. Brennholz wird in unterschiedlichen Qualitätsstufen angeboten, etwa als «ofenfertig» oder «vorgetrocknet». Faustregel: Je trockener das Holz ist, desto höher ist in der Regel der Preis. Nach Einschätzung des Bundesverbandes Brennholzhandel ist trockenes, sofort brennbares Scheitholz gut zehn Euro teurer als vergleichbare Ware zum Selbsteinlagern.
Wie stark sind die Brennholzpreise gestiegen?
Kaminofenbesitzer müssen deutlich tiefer in die Tasche greifen als noch vor ein paar Jahren. Der Online-Händler Brennholz-Hessen.de aus Mittenaar (Lahn-Dill-Kreis) nennt folgendes Beispiel: Ein Schüttraummeter getrocknete Buche mit 25-Zentimeter-Scheiten kostete dort 2021 brutto 82 Euro. Heute sind es 125 Euro - ein Anstieg von rund 50 Prozent. Zu den Gründen zählen laut dem Händler die gestiegenen Spritkosten, etwa für den Transport der Baumstämme.
Wann sollte man Brennholz bestellen?
Einen bestimmten Monat, in dem das Holz günstiger ist, gibt es laut dem Händler nicht. Wer früh bestellt, könne aber außerhalb der Hauptsaison meist mit kürzeren Lieferzeiten rechnen. Ende Herbst und im Winter müssen Kaminofenbesitzer häufig länger warten, weil viele Verbraucher gleichzeitig ihren Vorrat auffüllen wollen.
Wie lässt sich beim Kauf sparen?
Buchenfans mögen an dieser Holzart das schöne Flammenbild und das langsame Abbrennen. Das macht die Buche allgemein beliebt - und damit auch vergleichsweise teuer. Eine Möglichkeit zu sparen ist, statt Buche einmal ein Hartholzmix etwa aus Buche, Eiche und Esche auszuprobieren. Beim genannten Händler kostet der Mix zehn Euro weniger als reine Buche. Der Brennwert sei nahezu identisch, erklärt Marcel Bork von Brennholz-Hessen.de.
Ist Nadelholz eine günstige Alternative?
Nadelholz wie Fichte kann günstiger sein, hat aber einen deutlich niedrigeren Brennwert als Buche und brennt schneller ab. Es eignet sich laut Bork gut zum Anheizen und als Brandförderer. Eine Kombination aus Fichte fürs erste Feuer und anschließendem Hartholz könne die unterschiedlichen Eigenschaften nutzen.
Gibt es genug Brennholz auf dem Markt?
Die Nachfrage ist laut HessenForst weiterhin hoch. In die Höhe geschnellt war sie nach Angaben des Landesbetriebs nach dem russischen Angriff auf die Ukraine im Jahr 2022 und den damit verbundenen Verwerfungen auf den Energiemärkten.
Werden wegen der höheren Nachfrage mehr Bäume gefällt?
Mehr Holz wird laut HessenForst wegen der hohen Nachfrage nicht automatisch eingeschlagen. Brennholz fällt bei der regulären Holzernte und der Pflege der Waldbestände als sogenanntes Koppelprodukt an, wie Sprecher Moritz Frey erklärt. Bei Nachfragespitzen kann HessenForst die Abgabemengen begrenzen oder Holzsortimente auf andere Art verteilen. «Selbst wenn untere Stammabschnitte als Wertholz versteigert werden, fallen meist obere Stamm- und Kronenabschnitte aufgrund ihrer Wuchsform und anderer Merkmale als Industrie- oder Brennholz an», sagt er.
Was verkauft HessenForst an Privatkunden?
HessenForst verkauft kein ofenfertiges Scheitholz. Über die örtlichen Forstämter können Endkunden unter anderem Stammabschnitte kaufen; größere Mengen gehen an Brennholzhändler.
Wie haben sich die Preise für Buchenholz bei HessenForst entwickelt?
Der Preis für Buche, gerückt am Weg, lag 2020 und 2021 bei 62 Euro je Festmeter brutto. 2022 stieg er auf 85 Euro, 2023 auf 90 Euro. Seit 2024 beträgt er 85 Euro.
Gibt es regionale Preisunterschiede?
HessenForst legt für Brennholz aus dem Staatswald landesweit einheitliche Mindestpreise fest. Regional können die Preise nach oben abweichen.
Was muss ich bei Schüttraummeter und Raummeter beachten?
Die Mengenangaben bei Brennholz werden von den Händlern meist in Raummeter oder Schüttraummeter angegeben. Ein Raummeter - auch Ster genannt - ist ein Kubikmeter ordentlich gestapeltes Brennholz. Zwischen den Scheiten bleiben Luftzwischenräume.
Ein Schüttraummeter ist ein Kubikmeter lose eingefüllter Scheite. Durch die ungeordnete Schüttung bleibt mehr Luft dazwischen, deshalb steckt darin weniger Holz. Als grober Richtwert gilt: 1 Schüttraummeter entspricht 0,7 Raummeter. Der genaue Umrechnungswert hängt unter anderem von Scheitlänge und Holzform ab.