Bürgermeisterin: «Wir trauern alle sehr stark» nach Unglück
Drei Arbeiter sterben bei einem Unfall in einer Gerberei in Runkel. Bürgermeisterin Hachmann spricht von einer «menschlich unfassbaren» Tragödie und lobt den Einsatz der Rettungskräfte.
Runkel (dpa/lhe) - Nach dem tödlichen Arbeitsunfall im mittelhessischen Runkel hat sich Bürgermeisterin Antje Hachmann (parteiunabhängig) erschüttert gezeigt. Das Geschehene sei «schockierend» und «menschlich unfassbar». «Wir trauern alle sehr stark», sagte sie am Tag nach der Tragödie. Am Freitagabend soll es einen Trauergottesdienst für die Opfer geben.
Bei dem Arbeitsunfall in einer Lederfabrik und Pelzgerberei in dem 9.500-Einwohner-Städtchen im Kreis Limburg-Weilburg sind am Donnerstagnachmittag drei Arbeiter im Alter von 38, 58 und 59 Jahren ums Leben gekommen. Zwei weitere Männer seien lebensgefährlich verletzt worden, hatte das Landesinnenministerium mitgeteilt.
Nach Angaben von Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) gehen die Behörden davon aus, dass es in der Grube der Gerberei zu einer Kohlenmonoxidvergiftung gekommen sei, die zum Tod der Arbeiter geführt habe.
Bürgermeisterin: Einsatzkräfte setzten Leben aufs Spiel
Hachmann betonte, die Einsatzkräfte hätten ihr Leben riskiert. «Das sind alles Ehrenamtler, die wirklich auch ihr Leben aufs Spiel gesetzt haben. Da sind Leute mit in die Grube rein und haben eben Leute aus der Grube gerettet.»
Die Rettungskräfte seien nicht nur psychisch belastet. «Es waren nun mal Gefahrstoffe ausgetreten», sagte die Bürgermeisterin. «Alle Einsatzkräfte, die irgendwie Kontakt damit hatten, wurden auch dekontaminiert, wurden noch mal zum Durchgangsarzt geschickt, verteilt auf drei Kliniken», schilderte sie.