Kriminalität

Bundespolizist wegen Totschlags vor Gericht

In einem kleinen Dorf im Hochtaunuskreis fällt an einem Frühlingsabend ein Schuss. Zeugen alarmieren den Notruf, doch die Rettungskräfte können der jungen Frau nicht mehr helfen.

Vor dem Frankfurter Landgericht beginnt ein Prozess gegen einen Bundespolizisten wegen des Verdachts des Totschlags. (Symbolbild) Foto: Arne Dedert/dpa
Vor dem Frankfurter Landgericht beginnt ein Prozess gegen einen Bundespolizisten wegen des Verdachts des Totschlags. (Symbolbild)

Weilrod/Frankfurt (dpa/lhe) - Ein Bundespolizist soll seine Freundin mit der Dienstwaffe erschossen haben - nun steht der 23-Jährige wegen Totschlags vor dem Frankfurter Landgericht. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Deutsch-Portugiesen vor, die Frau «getötet zu haben, ohne Mörder zu sein». Die Verteidigung sprach beim Prozessauftakt von einem «tragischen Unglücksfall». 

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In neun Fortsetzungsterminen bis Juli möchte das Gericht herausfinden, was am 15. Mai 2024 in der Wohnung der Frau in Weilrod im Hochtaunuskreis geschah. Laut Anklage hatte das Paar Streit wegen des Alkoholkonsums des Mannes. Laut Anklage hatte er drei Dosen Whiskey-Cola intus, als er seiner Freundin die Funktionsweise seiner Dienstwaffe demonstrieren wollte.

Schuss aus eineinhalb Metern Entfernung

Als er aus eineinhalb Metern Entfernung den Lauf auf sie richtete, drehte sich die 22-Jährige zur Seite, die Kugel traf ihr Schlüsselbein. Zeugen hörten den Schuss und alarmierten den Notruf. Als die Einsatzkräfte eintrafen, war die Frau bereits tot.

Der Anwalt des Angeklagten zog den von der Anklage geschilderten Tatablauf in Zweifel. Es gebe keinen Beleg für einen Streit und auch kein Motiv. Sein Mandant habe der Familie des Opfers einen Brief geschrieben. «Es tut mir schrecklich leid, was passiert ist», stehe darin. «Ich wünschte, ich könnte die Zeit zurückdrehen».