Frankfurts 2:2 in Paderborn

Burkardt oder Ebnoutalib? Eine Frage für zwei Trainer

Das Spiel von Eintracht Frankfurt in Paderborn wird von einem medizinischen Notfall überschattet. Trotzdem liefert es noch die pikante Geschichte zweier Topstürmer.

Jubel in letzter Sekunde: Torwart Noah Atubolu von Eintracht Frankfurt (r) feiert das Tor zum 2:2 beim SC Paderborn. Er selbst gab dazu die Vorlage. Foto: Swen Pförtner/dpa
Jubel in letzter Sekunde: Torwart Noah Atubolu von Eintracht Frankfurt (r) feiert das Tor zum 2:2 beim SC Paderborn. Er selbst gab dazu die Vorlage.

Paderborn (dpa) - Die erlösende Nachricht kam knapp eine Stunde nach dem Abpfiff. Ein Fan von Eintracht Frankfurt, der beim Auswärtsspiel in Paderborn (2:2) über ein Geländer im Gästeblock in die Tiefe gestürzt war, sei wieder ansprechbar und in einem stabilen Zustand. Diese Informationen aus dem Krankenhaus gab ein Sprecher des Clubs im Stadion weiter.

Der medizinische Notfall kurz vor dem Anpfiff hatte dafür gesorgt, dass beide Fangruppen die Unterstützung ihrer Teams während des kompletten Spiels einstellten. Die Anhänger des SC Paderborn hängten in der Halbzeitpause sogar ein Plakat mit der Aufschrift «Gute Besserung» vor ihrem Tribünenblock auf. 

Frankfurts Trainer Adi Hütter bedankte sich ausdrücklich für diese Solidarität. «Ich fand das großartig», sagte er. «Für mich ist der Sport und das Ergebnis heute etwas in den Hintergrund geraten.»

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Konkurrenten bei Hütter und Klopp

Nach diesem Spiel hat das eine umso größere Aussagekraft. Denn die Eintracht schuf bei diesem späten Remis ein Thema, das nicht nur die Frankfurter Kabine betrifft, sondern auch in die deutsche Nationalmannschaft hineinreicht. Denn die beiden Stürmer Jonathan Burkardt und Younes Ebnoutalib sind jetzt nicht nur Kollegen im Verein, sondern auch Konkurrenten bei Jürgen Klopp.

Denn Ebnoutalib erhielt am Freitag eine Einladung des neuen Bundestrainers - saß einen Tag später in Paderborn aber zunächst nur auf der Bank. Burkardt wiederum wurde im Nationalteam nicht berücksichtigt - erhielt dafür aber bei der Eintracht den Vorzug.

Der 26-Jährige schoss das 1:0 in der 23. Minute und den Ausgleich in der Nachspielzeit (90.+3). Und alles an diesem Tor war spektakulär: Die Frankfurter spielten nach der Gelb-Roten Karte für Elias Baum (75.) nur noch zu zehnt. Die Vorlage gab der aufgerückte Torwart Noah Atubolu. Und Burkardt traf am Ende per Hacke. «Ich weiß auch nicht, wieso ich mich für die Hacke entschieden habe. Aber zum Glück war es die richtige Entscheidung», sagte er bei Sky.

Zwei Fragen drängten sich danach auf: Wie enttäuscht war Burkardt über den Korb von Klopp? Und was bedeutet die Konkurrenzsituation ihrer beiden Stürmer für die Eintracht: einen Leistungsschub oder im schlimmsten Fall sogar ein atmosphärisches Problem?

Burkardt über Nationalteam: «Ein bisschen traurig»

«Ich war natürlich ein bisschen traurig. Das ist logisch, denn man hofft ja immer, dass man dabei ist», sagte Burkardt bei DAZN. Der Bundestrainer habe ihm aber «wertschätzende Wort mitgegeben. Ich werde weiter arbeiten und versuchen, bei Eintracht Frankfurt die bestmögliche Performance zu bringen.»

Was sein Stürmerduell mit Ebnoutalib angeht, möchte Burkardt mit niemandem tauschen: mit Jürgen Klopp nicht und mit Eintracht-Trainer Adi Hütter schon gar nicht. «Das ist schwierig für den Trainer, weil einfach zwei sehr, sehr gute Stürmer da sind», meinte der ehemalige Mainzer. «Younes ist ein absoluter Top-Stürmer und ich bin auch ein Top-Stürmer. Deswegen ist es wirklich schwer, beide spielen zu lassen.»

Hütter möchte es weiter vom Gegner und von der Taktik abhängig machen, ob er Burkardt, Ebnoutalib oder beide zusammen aufstellt. «Ich habe die glückliche Situation, zwei Stürmer zu haben, die treffen», sagte er. «Ich bin mit beiden sehr, sehr glücklich und sehr, sehr happy.» Die Entscheidung für den einen oder den anderen sein immer auch «ein bisschen eine Gefühlssache».