Fußball-Bundesliga

Stille nach Notarzteinsatz: Burkardts Hacke rettet Frankfurt

Frankfurt trifft spät und spektakulär in Paderborn. Das Spiel wird jedoch von einem Notarzt-Einsatz im Fanblock überlagert.

Im Zweikampf: Stefano Marino vom SC Paderborn 07 (r) und Lilian Brassier von Eintracht Frankfurt. Foto: Swen Pförtner/dpa
Im Zweikampf: Stefano Marino vom SC Paderborn 07 (r) und Lilian Brassier von Eintracht Frankfurt.

Paderborn (dpa) - Ein Hackentor von Jonathan Burkardt hat Eintracht Frankfurt noch einen späten Auswärtspunkt in der Fußball-Bundesliga beschert. Der Stürmer traf in der dritten Minute der Nachspielzeit zum 2:2 (1:1) beim SC Paderborn. Die Vorlage gab der eigene Torwart Noah Atubolu. Die Eintracht spielte zu diesem Zeitpunkt in Unterzahl, weil Elias Baum zuvor Gelb-Rot gesehen hatte (75.).

Die Partie wurde von einem medizinischen Notfall im Frankfurter Gästeblock überlagert. Beide Fangruppen verzichteten 90 Minuten lang auf eine lautstarke Unterstützung ihrer Teams.

Burkardt hatte die Eintracht schon in der 23. Minute in Führung gebracht. Raphael Obermair (45.) und Marvin Pieringer per Foulelfmeter (73.) trafen für den starken Aufsteiger.

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Das Pikante an dem Doppel-Torschützen der Eintracht war: Burkardt erhielt am Vortag keine Einladung zur deutschen Nationalmannschaft - und traf. Vorgezogen wurde ihm von Bundestrainer Jürgen Klopp ausgerechnet sein Frankfurter Sturmkollege Younes Ebnoutalib. Der saß in Paderborn aber nur auf der Bank.

Frankfurt-Fan im Krankenhaus

15.000 Zuschauer in der Home Deluxe Arena blieben zeitweise völlig still. Auslöser für den Notarzteinsatz war ein Anhänger der Eintracht, der im Gästeblock nach unten stürzte, sich am Kopf verletzte und mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden musste. Der Paderborner Stadionsprecher bat darum, «den Stimmungsbogen heute gesenkt zu lassen. Wir hoffen das Beste für den Frankfurter Fan.»

Frankfurter Fans in Paderborn. Foto: Swen Pförtner/dpa
Frankfurter Fans in Paderborn.

So gedrückt die Stimmung auch war: Das Spiel verlief von Beginn an sehr munter - und das mit wechselnden Drangphasen.

Frankfurt begann stark und hatte durch Lilian Brassier (5.) und Ritsu Doan (6.) die ersten Chancen. Paderborn setzte der Eintracht mit griffiger Spielweise und starkem Pressing aber immer mehr zu.

In der 13. Minute musste Frankfurts Torwart Atubolu einen schönen Schlenzer von Gabriel Vidovic parieren. Auch der zu diesem Zeitpunkt überraschende Rückstand brachte Paderborn nicht aus dem Konzept. Stefano Marino traf nur fünf Minuten später die Latte (28.).

Frankfurts Torschütze Jonathan Burkardt (r). Foto: Swen Pförtner/dpa
Frankfurts Torschütze Jonathan Burkardt (r).

Großchancen auf beiden Seiten

Frankfurt hatte durch Doan (27.) und Fares Chaibi (37.) noch zwei gute Möglichkeiten zum 2:0. Der Ausgleich durch den völlig allein gelassenen Obermair war jedoch verdient - und das Paderborner 2:1 gleich nach der Pause ganz nah: Aus nur drei Metern Torentfernung grätschte Ruben Müller den Ball am Tor der Eintracht vorbei (51.).

Doch in einem blieb sich dieses Spiel treu: Wieder wechselte danach gleich zweimal das Momentum. Chaibi traf für die Eintracht nur den Pfosten (55.). Auch Burkhardt hatte noch eine gute Chance zum 2:1 (61.).

In der 64. Minute wechselte Trainer Adi Hütter auch noch beide Frankfurter Fanlieblinge ein: Nationalstürmer Ebnoutalib und Toptalent Niko Ilicevic. Der 16-Jährige hatte erst am vergangenen Wochenende sein Bundesliga-Debüt gefeiert.

Das erste Tor der zweiten Halbzeit fiel aber auf der anderen Seite: Der ständige Unsicherheitsfaktor Brassier stellte Pieringer im Strafraum ein Bein. Und der gefoulte Stürmer verwandelte den Strafstoß selbst. In Unterzahl drängte die Eintracht noch einmal auf den Ausgleich - und der fiel nach einem Eckball. Torwart Atubolu gab die Kopfball-Vorlage, Burkardt hielt die Hacke hin.