Chemas Abschied vom VfB: Hohe Ablöse, sportlicher Verlust
Von seiner sportlichen Leistung her hätte der VfB Stuttgart Chema Andrés gerne behalten. Doch die hohe Ablösesumme aus Brighton hat den Bundesligisten kurz vor Transferschluss umdenken lassen.
Stuttgart (dpa) - Sportvorstand Fabian Wohlgemuth vom VfB Stuttgart hat den überraschenden Verkauf von Mittelfeldspieler Chema Andrés an den Premier-League-Club Brighton & Hove Albio bedauert. «Aus sportlicher Sicht hätten wir Chema gerne gehalten», sagte Wohlgemuth kurz nach dem Ende der Transferperiode. «Auch dank ihm konnten wir uns für die Champions League qualifizieren und ins Pokalfinale einziehen.»
Der 21-jährige Spanier, der erst vor einem Jahr von Real Madrid nach Stuttgart gekommen war, habe jedoch den Wunsch geäußert, zum Conference-League-Teilnehmer zu wechseln. Zudem seien die finanziellen Bedingungen erfüllt worden, die der Fußball-Bundesligist an den Transfer geknüpft habe, erklärte Wohlgemuth.
Nach Informationen von «Stuttgarter Zeitung» und «Stuttgarter Nachrichten» soll die Ablösesumme für den spanischen U-21-Nationalspieler bei etwa 25 Millionen Euro liegen. Wegen einer Weiterverkaufsbeteiligung von Real würden aber nur 16 Millionen Euro beim VfB verbleiben. Doch auch der Champions-League-Teilnehmer könnte noch einmal profitieren, sollte Chema Andrés Brighton & Hove Albion später wieder verlassen.
Großes Transferplus bei Chema
Vor einem Jahr hatte der VfB bei der Verpflichtung des Spaniers rund drei Millionen Euro nach Madrid überwiesen und verzeichnet daher ein deutliches finanzielles Plus. Chema Andrés bestritt insgesamt 41 Pflichtspiele für den VfB, bei dem er ursprünglich noch einen Vertrag bis 30. Juni 2030 besaß.
Chemas Wechsel könnte auch mit der Konkurrenz im zentralen Mittelfeld der Stuttgarter zu tun haben. Dort verfügt Trainer Sebastian Hoeneß mit dem von der TSG Hoffenheim geholten Grischa Prömel sowie Nationalspieler Angelo Stiller und Ex-Kapitän Atakan Karazor über weitere personelle Möglichkeiten, die auf der Doppel-Sechs vor der Abwehr spielen können.
Der Weggang von Chema kam überraschend, weil sein Name bei den Transfergerüchten in den vergangenen Wochen nicht gefallen war. Dagegen wurde spekuliert, ob der deutsche Nationalspieler Jamie Leweling oder Marokkos Nationalspieler Bilal El Khannouss den VfB noch verlassen würden. Zudem kam ein Transfer von Josha Vagnoman zu Hull City nicht zustande, ein Interesse von Werder Bremen an Badredine Bouanani bestätigte sich letztlich nicht.