Informationstechnologie

Cyberkriminelle haben auch Hochschulen stark im Visier

Ein Mann sitzt am Rechner und tippt auf einer Tastatur. Foto: Nicolas Armer/dpa/Symbolbild
Ein Mann sitzt am Rechner und tippt auf einer Tastatur.

Stuttgart (dpa/lsw) - Cyberkriminelle haben es stärker auf die baden-württembergischen Hochschulen abgesehen als bislang bekannt. Seit dem Sommer 2018 sind knapp 110 relevante Cyberangriffe auf Hochschulen oder Hochschuleinrichtungen im Land gemeldet worden, die über die zahlreichen täglichen, routinemäßig abgewehrten Angriffe wie Spam-Mails oder Phishing-Angriffe hinausgehen. Das geht aus der Antwort von Wissenschaftsministerin Petra Olschowski (Grüne) auf eine parlamentarische Anfrage der beiden Grünen-Abgeordneten Alexander Salomon und Michael Joukov hervor. Zuerst hatte die «Südwest Presse» über die Anfrage berichtet.

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«Immer wieder verdeutlichen derzeit erfolgreiche Cyberangriffe die hohe Bedrohungslage im Bereich der IT-Sicherheit», wird Olschowski zitiert. Hochschulen ständen vor besonderen Herausforderungen: «Das Spannungsverhältnis einer offenen akademischen Gemeinschaft mit zahlreichen Diensten für Studierende und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bietet Angreifern teilweise Möglichkeiten zur Durchführung von Angriffen.» Es müsse abgewogen werden zwischen Sicherheit und offener, freier Forschung und Lehre.

Von Angriffen betroffen waren demnach Daten, Dokumente, Netzwerke, Rechnerressourcen, Kommunikationssysteme und personenbezogene Daten, teilt das Ministerium in der Antwort auf die Anfrage weiter mit. Abgesehen hätten es die unbekannten Kriminellen bislang vor allem auf unveröffentlichte Forschungsergebnisse und Daten aus der Hochtechnologie, die auch auf Grund von staatlichen Sanktionen oder Embargobestimmungen nicht auf legalem Wege beschafft werden können. Die Cyberabwehr des Landesamts für Verfassungsschutz (LfV) habe zudem in den vergangenen Jahren immer wieder Angriffe auf wissenschaftliche Einrichtungen registriert, die einen mutmaßlich nachrichtendienstlichen Hintergrund aufgewiesen hätten. Durch den Ukraine-Krieg habe sich diese Gefährdungslage «weiter erhöht».