Konflikt in Syrien

6.000 Kurden demonstrieren in Mannheim 

Die Kurden streben seit Langem nach einem eigenen Staat. Aktuell gehen wieder Tausende Kurden auch im Südwesten auf die Straße. Warum jetzt?

Der Demonstrationszug verlief durch die Innenstadt. Foto: Uli Deck/dpa
Der Demonstrationszug verlief durch die Innenstadt.

Mannheim (dpa/lsw) - Kurden in ganz Deutschland gehen derzeit gegen die Unterdrückung der kurdischen Bevölkerung in Syrien auf die Straße. In Mannheim nahmen am Samstag laut Polizei rund 6.000 Menschen teil. Die Demonstration sei friedlich geblieben, sagte eine Polizeisprecherin. Bei einer ähnlichen Demonstration in Stuttgart am vergangenen Wochenende mit rund 2.000 Menschen war es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei gekommen. 

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Die Demonstration war mit 20 Teilnehmern angemeldet worden. Demonstrierende hatten laut Polizei Flaschen und Pyrotechnik auf Beamte geworfen, diese hätten im Gegenzug Pfefferspray eingesetzt. Zudem seien zahlreiche Menschen vermummt gewesen. 

Für den Demonstrationszug in Mannheim «Gegen die Unterdrückung, Einschüchterung, Vertreibung und Gewalt gegenüber der kurdischen Bevölkerung und Rojava» wurden laut Stadtverwaltung bis zu 1.200 Menschen erwartet. Die Kurden streben seit Langem nach einem eigenen Staat. Warum gehen jetzt Tausende auf die Straße?

Konflikt in Nordsyrien bewegt die Menschen

Hintergrund ist die zugespitzte Lage in Nordsyrien. Seit Dienstag gilt dort ein Waffenstillstand zwischen den Regierungstruppen und ihren Verbündeten sowie den kurdisch angeführten Syrischen Demokratischen Kräften (SDF). Zuvor waren über Tage hinweg die Regierungstruppen mit Hilfe arabischer Stammeskämpfer immer weiter in Gebiete vorgerückt, die von den SDF kontrolliert werden.

1.200 Menschen waren angemeldet. Foto: Uli Deck/dpa
1.200 Menschen waren angemeldet.

Mit den Gefechten versuchte die Übergangsregierung unter Interimspräsident Ahmed al-Scharaa militärisch durchzusetzen, was auf anderem Wege nicht umgesetzt werden konnte: Die Regierung will die Gebiete, die bisher unter kurdischer Selbstverwaltung standen, unter ihre Kontrolle bringen. Die als Rojava bekannte Verwaltung ist Teil des langen Strebens der Kurden nach einem eigenen Staat.

Eine Schwächung der Kurden und der kurdisch angeführten SDF bedeutet unterdessen einen strategischen Erfolg für den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Ankara betrachtet die SDF als Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK.