Ausbildung

DGB fordert jugendgerechte Angebote zur Berufsorientierung

Elektroniker, Fachlagerist oder Tischler - die Liste an möglichen Ausbildungen ist lang. Doch junge Menschen benötigen bessere Informationen, meint der DGB.

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Der Deutsche Gewerkschaftsbund fordert bessere Angebote zur Berufsorientierung junger Menschen. Nur gut jeder vierte Auszubildende in Hessen habe die Beratung der Arbeitsagentur in Anspruch genommen, die dann auch nur von der Hälfte als hilfreich empfunden worden sei. Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage der DGB-Jugend hervor, an der sich 1575 hessische Auszubildende beteiligt haben.

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«Leider finden zu wenig junge Menschen den Weg zur Beratung der Agentur für Arbeit», sagte die stellvertretende Bezirksvorsitzende des DGB Hessen-Thüringen, Renate Sternatz. Deshalb fordere die Gewerkschaft den Aufbau von Jugendberufsagenturen in Hessen, die Jugendliche gezielter bei der Berufswahl beiseitestehen.

Die Ergebnisse zeigen laut Sternatz auch, dass die Berufsorientierung an allen Schulformen ausgebaut werden müsse. Unter anderem seien Praktika wichtig, um jungen Menschen Einblick in verschiedene Berufsfelder zu ermöglichen.

Die DGB-Umfrage habe noch weitere Mängel aufgezeigt: Mehr als ein Drittel der hessischen Auszubildenden mache demnach regelmäßig Überstunden. Ebenso vielen fehle ein Ausbildungsplan. «Azubis sind keine Hilfskräfte, eine Ausbildung ist ein Lernverhältnis, und die Betriebe sind in der Pflicht, sich an das Gesetz zu halten», mahnte der Bezirksjugendsekretär des DGB Hessen-Thüringen, Gregor Gallner.

Dennoch seien die Auszubildenden im Vergleich zu 2019 wieder etwas zufriedener - trotz der Einschränkungen der Corona-Pandemie. Insgesamt seien rund 71 Prozent der Befragten «sehr zufrieden» oder «zufrieden» mit ihrer Ausbildung. Im Vor-Corona-Jahr 2019 waren es demnach rund 69 Prozent.

Allerdings hänge die Zufriedenheit stark vom gewählten Ausbildungsberuf ab, stellte der DGB fest. Der Auswertung zufolge sei die Zufriedenheit unter anderem bei den Auszubildenden in den Bereichen Elektronik, Verwaltung und Mechatronik am höchsten. Dagegen erhielten Ausbildungen zur Hotelfachkraft, zum Tischler oder zur Tischlerin wie auch zum Koch oder zur Köchin die niedrigste Bewertung.