Internationale Drogenbande

«Die Firma»: Prozessstart gegen Mitglied von Drogenbande

Vor dem Landgericht Frankfurt muss sich eine Frau verantworten, die als «Finanzministerin» einer Drogenbande agiert haben soll. Welche Rolle sie und ihr Ehemann spielten.

Im Frankfurter Landgericht wurden bereits mehrere Mitglieder der Bande verurteilt. (Symbolbild) Foto: Christian Charisius/dpa
Im Frankfurter Landgericht wurden bereits mehrere Mitglieder der Bande verurteilt. (Symbolbild)

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Hoch professionell und streng hierarchisch gegliedert hat eine Drogenhändler-Bande, die sich selbst «Die Firma» nannte, gearbeitet und dabei Kokain im Millionenwert umgesetzt. Nun hat vor dem Frankfurter Landgericht der Prozess gegen ein weiteres mutmaßliches Mitglied der Bande begonnen. Der Rechtsanwalt der 55-jährigen Frankfurterin kündigte zum Auftakt eine Einlassung zu den Vorwürfen an. 

Laut Staatsanwaltschaft hatte die Frau, die in der «Firma» als «Finanzministerin» tätig gewesen sein soll, unter anderem den Transport der Gelder koordiniert. Durch ihre Beihilfe in 39 Fällen des bandenmäßigen Drogenhandels von Dezember 2019 bis Januar 2021 habe sie einen Betrag von mehr als 4,25 Millionen Euro erlangt. 

Übergabe auch in Rhein-Main

Organisiert worden seien diese Fälle des Drogenhandels von ihrem Ehemann. Dabei sei insbesondere Koks aus Bolivien zum Kilopreis von etwa 30.000 Euro angekauft und vor allem aus Belgien und den Niederlanden mit eigens präparierten Schmuggelfahrzeugen weitertransportiert worden. Übergeben worden seien die Drogen dann auch in Frankfurt, Offenbach und Kelkheim. 

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Impressum

«Die Firma» war den Angaben zufolge spätestens 2019 gegründet worden, in der Folgezeit schlossen sich ihr demnach immer mehr Mitglieder an, von denen die Justizbehörden weiterhin nicht alle kennen. Der Anklage zufolge verfügte die Bande über ein «weit verzweigtes und hochprofessionelles Netzwerk», dieses bestand unter anderem aus etlichen Drogenkurieren und Bunkerwohnungen. Ihre Mitglieder wurden nach festgelegten Tarifen bezahlt. 

Ehemann flüchtig

Die nun angeklagte Frau war im Dezember 2025 festgenommen worden, seitdem sitzt sie in Untersuchungshaft. Nach der bisherigen Planung könnte im Oktober das Urteil gegen sie verkündet werden. Ihr Ehemann, mit dem sie nach eigenen Angaben in Scheidung lebt, ist bislang flüchtig. 

Mehrere Mitglieder der «Firma» sind vom Landgericht Frankfurt bereits zu langen Haftstrafen verurteilt worden. So erhielt letztes Jahr ein Mann, der den Drogenhandel koordiniert hatte, eine Strafe von elf Jahren. Ein Geschäftspartner der Bande wurde zu elfeinhalb Jahren verurteilt. Zudem wurde mehreren Kurieren der Prozess gemacht, sie wurden für eine Dauer zwischen viereinhalb und achteinhalb Jahren ins Gefängnis geschickt.