Kriminalität

Millionenschwerer Drogenhandel: Prozess mit langer Anklage

Eine Bande soll im großen Stil mit Kokain und Cannabis gehandelt und dafür speziell präparierte Autos mit Verstecken genutzt haben. Ihre Basisstation: Frankfurt am Main.

Im Frankfurter Landgericht wird gegen eine Bande verhandelt, die im großen Stil mit Kokain gehandelt haben soll. Foto: Christian Charisius/dpa
Im Frankfurter Landgericht wird gegen eine Bande verhandelt, die im großen Stil mit Kokain gehandelt haben soll.

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Mit der über zweistündigen Verlesung der Anklage hat im Frankfurter Landgericht der Prozess gegen eine mutmaßliche Bande von Drogenhändlern begonnen. Laut Anklage sollen sie im großen Stil mit Kokain und Cannabis gehandelt haben. Insgesamt soll es sich um mehrere Hundert Kilogramm Drogen im Wert von über zehn Millionen Euro gehandelt haben. Gelagert wurden Drogen und Geld der Anklage zufolge in fünf Bunkerwohnungen in Frankfurt.

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Netzwerk von Kurierfahrern und Bunkerverwaltern

Die Bande soll sich selbst als «Firma» bezeichnet und die Gruppenmitglieder nach festgelegten Tarifen bezahlt haben. Angeklagt sind in dem großen Prozess sieben Männer im Alter zwischen 43 und 58 Jahren. Sie sitzen in Untersuchungshaft und sollen Mitglied der spätestens Ende 2019 gegründeten Gruppe gewesen sein. 

Sie sollen die Drogen in Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Bayern sowie in deutsche Nachbarstaaten verkauft haben. Dafür soll die Gruppierung ein Netzwerk von Kurierfahrern und Bunkerverwaltern benutzt haben. Die von den Kurierfahrern eingesetzten Fahrzeuge sollen mit professionellen Schmuggelverstecken ausgestattet gewesen sein.

Mehrere Serien

Die Anklage unterteilt die Taten in mehrere Serien ab Anfang 2020, zum Serienauftakt soll die Bande einen Erlös von 1,55 Millionen Euro erzielt haben. In der zweiten Serie im Juni 2020 soll die Gruppe 80 Kilogramm Kokain aus Kolumbien zu einem Kilopreis von 26.000 Euro gekauft und anschließend in mehreren Portionen zu einem Kilopreis von mindestens 30.000 Euro weiterverkauft haben. 

Von insgesamt 33 beschuldigten Mitgliedern oder Geschäftspartnern 
der Gruppe sind laut Generalstaatsanwaltschaft bislang 17 Mitglieder im In- und Ausland festgenommen worden. Weitere 7 der 33 mutmaßlichen Mitglieder und 
Geschäftspartner befinden sich derzeit in Kroatien, Italien und der 
Schweiz in Haft.