Hexenverfolgung

Digitale Führung zu Fuldaer Hexenverfolgung stark gefragt

Eine App bringt das Schicksal von Merga Bien und weiteren Opfern der Hexenverfolgung direkt aufs Smartphone.

Die Namensliste der Opfer wird angeführt von Merga Bien, nach der auch die App «Fulda im Hexenwahn – Das Schicksal der Merga Bien» benannt ist. Foto: Michael Buer/DPA
Die Namensliste der Opfer wird angeführt von Merga Bien, nach der auch die App «Fulda im Hexenwahn – Das Schicksal der Merga Bien» benannt ist.

Fulda (dpa/lhe) -   Eine digitale Zeitreise in ein düsteres Kapitel der Geschichte stößt auf großes Interesse: Die App-basierte Führung «Fulda im Hexenwahn – Das Schicksal der Merga Bien» ist nach Angaben der Stadt seit ihrem Start vor rund einem Jahr mehr als 1.500 Mal heruntergeladen worden. Die App zähle damit zu den erfolgreichsten Angeboten im Bereich der digitalen Stadtführungen.

Im Mittelpunkt steht das Schicksal von Merga Bien, die zu den bekanntesten Opfern der Hexenverfolgung in Fulda gehört. Zwischen 1600 und 1606 wurden dort nach Angaben der Stadt rund 270 Frauen und drei Männer als vermeintliche Hexen hingerichtet. Der Fall der Merga Bien gelte als besonders gut dokumentiert, weil ihr Ehemann Blasius gegen das Urteil vor dem Reichskammergericht in Speyer geklagt habe und so umfangreiche Akten überliefert seien.

«Geschichte quasi miterleben»

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«Die Reaktionen auf die Führung sind sehr positiv», erklärte eine Sprecherin. «Die KI-gestützte Gestaltung ist sehr anschaulich und lässt die Figuren lebendig werden, so dass die Nutzer die Geschichte der Merga Bien quasi miterleben können.»

Initiiert wurde das Projekt von der Heimatforscherin Ingrid Möller-Münch gemeinsam mit dem Förderverein des Frauenzentrums und dem städtischen Frauenbüro. Beteiligt sind laut Stadtverwaltung zudem das Kulturamt sowie das Amt für Tourismus und Stadtmarketing. Ziel sei es, die Erinnerung an die Opfer der Hexenverfolgung wachzuhalten und ihnen «einen Namen und eine Stimme» zu geben, erklärte die Sprecherin. In Fulda erinnert unter anderem eine Gedenkstätte auf dem alten Dompfarrlichen Friedhof an die Verfolgten.