Parteien

DJV Hessen gegen Genderverbot im Rundfunk

Wiesbaden (dpa/lhe) - Der hessische Landesverband des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV) hat sich gegen ein mögliches Genderverbot im öffentlich-rechtlichen Rundfunk ausgesprochen. «Das wäre nicht nur eindeutig gegen das Grundgesetz, sondern auch eine ungeheuerliche politische Einflussnahme auf den Hessischen Rundfunk», erklärte dessen 1. Vorsitzender Knud Zilian laut Mitteilung am Montag in Wiesbaden. Diesem obliege es, die Programme zu gestalten und dazu gehöre auch, ob gegendert wird oder nicht. «Eine Anweisung auf das Gendern zu verzichten wäre rechtswidrig.»

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Zilian wendet sich damit gegen ein mögliches Genderverbot in bestimmten Bereichen, wie es in einem Eckpunktepapier der hessischen CDU und SPD im Vorfeld der geplanten Koalitionsgespräche benannt wurde. In dem Papier werden die gemeinsame Grundlinien der beiden Parteien beschrieben. Unter anderem heißt es darin, man werde festschreiben, dass in staatlichen und öffentlich-rechtlichen Institutionen wie Schulen, Universitäten und Rundfunk auf das Gendern mit Sonderzeichen verzichtet wird und eine Orientierung am Rat der deutschen Sprache erfolgt.

«Man mag zum Gendern stehen, wie man will, aber ein politisches Verbot in der Berichterstattung des Hessischen Rundfunks geht gar nicht», sagte Zilian. Wie man überhaupt auf eine solch unsinnige Idee kommen kann, sei unerklärlich. «Da sollen die Koalitionäre doch mal ihre juristischen Berater fragen, bevor sie so etwas in die Welt setzen.» Die Rundfunkfreiheit sei ein hohes Gut, genauso wie die Pressefreiheit in unserem Land. «Und dazu gehört auch das Recht, sich sprachliche Gestaltungsmöglichkeiten nicht nehmen zu lassen.»