Steuerfahndung

Durchsuchungen wegen möglichem Steuerbetrug mit Autos

Mit einem Firmengeflecht sollen mehrere Männer Steuern in Millionenhöhe hinterzogen haben. Mit Durchsuchungen gingen Ermittler nun gegen sie vor. Auch um die Russland-Sanktionen geht es.

24 Durchsuchungsbeschlüsse wurden im Rhein-Main-Gebiet vollstreckt (Symbolbild). Foto: Julian Stratenschulte/dpa
24 Durchsuchungsbeschlüsse wurden im Rhein-Main-Gebiet vollstreckt (Symbolbild).

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Wegen möglichen Umsatzsteuerbetrugs in Millionenhöhe hat es zahlreiche Durchsuchungen im Rhein-Main-Gebiet gegeben. Die Beschuldigten sollen mit Hilfe eines Firmengeflechts Autos gekauft und so weiterverkauft haben, dass sie die tatsächlichen Warenwege verschleiern und die Steuern hinterziehen konnten, wie das Zollfahndungsamt Frankfurt und die Staatsanwaltschaften Frankfurt und Darmstadt mitteilten. Auch um zahlreiche Verkäufe nach Russland geht es, die gegen geltende Sanktionen verstießen.

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Am Donnerstag hätten Kräfte des Zollfahndungsamts und Steuerfahnder insgesamt 24 Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt und Vermögen im Wert von mehr als 14 Millionen Euro gesichert. Die Durchsuchungen fanden den Angaben zufolge in den Landkreisen Offenbach, Main-Taunus, Hochtaunus und Main-Kinzig statt. Zwei Beschuldigten im Alter von 58 und 81 Jahren werden Sanktionsverstöße gegen das Russland-Embargo sowie Umsatzsteuerbetrug in Millionenhöhe vorgeworfen.

Luxusuhren und teure Autos

Unter den gesicherten Vermögenswerten befinden sich «Münzen, eine Vielzahl an hochwertigen Luxusuhren, Musikinstrumente und einem Gemälde im Gesamtwert von über einer Million Euro, 13 hochpreisige Kraftfahrzeuge im Gesamtwert von rund 3 Millionen Euro sowie Grundvermögen in Millionenhöhe», wie es in der Mitteilung heißt. Auch Speichermedien und Geschäftsunterlagen seien sichergestellt worden.

Ein weiteres Verfahren richtet sich gegen einen 55-Jährigen. Er soll «entgegen den Sanktionsvorschriften über 150 Kraftfahrzeuge in diverse Anrainerstaaten Russlands ausgeführt zu haben, die letztendlich nach Russland verbracht worden sein sollen», wie es in der Mitteilung heißt. Bei ihm seien Geschäftsunterlagen und Speichermedien gesichert sowie mehr als 120.000 Euro Bargeld sowie zwei hochpreisige Fahrzeuge gepfändet worden.