Wetter-Vorhersage

Starker Schneefall legt Verkehr in Teilen Hessens lahm

Frankfurts Flughafen ist vorübergehend lahmgelegt, auf der A3 staut sich der Verkehr auf bis zu 30 Kilometer, Busse stehen still. Starker Schnee hat in Hessen zu einem Verkehrschaos geführt.

Auch in Frankfurt schneit es kräftig. Foto: Boris Roessler/dpa
Auch in Frankfurt schneit es kräftig.

Offenbach/Frankfurt/Gießen (dpa/lhe) - Kräftiger Schneefall hat für Chaos auf den Straßen in Hessen gesorgt. Es kam zu Unfällen und kilometerlangen Staus. An Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt wurde der Flugbetrieb vorübergehend eingestellt. 

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Keine Starts und Landungen in Frankfurt

Starker Schneefall legte den Flugbetrieb in Frankfurt vorübergehend lahm. So waren ab etwa 15.00 Uhr keine Starts und Landungen möglich, teilte der Flughafenbetreiber Fraport mit. Grund sei die Schneedecke auf den Start- und Landebahnen, hieß es. 

Gegen 16.15 wurden die erste Startbahn - die sogenannte Startbahn West - wieder freigegeben, wie ein Sprecher sagte. Landungen sollten ebenfalls ab dem späteren Nachmittag wieder möglich sein. Mit Verzögerungen müsse aber weiterhin gerechnet werden. Zudem wurden laut den Abgaben Dutzende Flüge annulliert. «Wir appellieren an alle Reisenden, sich rechtzeitig zu informieren», sagte der Sprecher. 

Busverkehr steht in mehreren Kreisen und Städten still 

Wegen des Wintereinbruchs wurde in mehreren Städten und Kreisen der Busverkehr eingestellt. «Die Straßenverhältnisse lassen einen regulären Betrieb im Großteil des Liniennetzes nicht zu», teilte etwa die Wiesbadener Gesellschaft Eswe mit. Ähnlich äußerten sich die Stadtwerke Marburg: «Aufgrund der eingetretenen Witterungsbedingungen bzw. schneeglatter Straßen muss der Stadtbusbetrieb vollständig bis auf Weiteres eingestellt werden», teilten sie mit. Ein gefahrloser Betrieb lasse sich «unter diesen Umständen nicht durchführen». 

Laufen gegen den Schnee Foto: Boris Roessler/dpa
Laufen gegen den Schnee

Laut dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) gab es unter anderem auch Ausfälle in

  • Landkreis Gießen (Busverkehr vorübergehend eingestellt)
  • Stadt Wetzlar (Verkehr vorübergehend eingestellt)
  • Wetteraukreis (Busverkehr vorübergehend eingestellt)
  • Vogelsbergkreis (Busverkehr vorübergehend eingestellt)
  • Rheingau-Taunus-Kreis (Busverkehr vorübergehend eingestellt)
  • Hochtaunuskreis (Busverkehr überwiegend eingestellt)
  • Stadt Wiesbaden (Busverkehr vorübergehend eingestellt)
  • Kreis Offenbach (Busverkehr teilweise eingestellt)

Unfälle und Staus

«Auf unseren Autobahnen geht gerade fast nichts mehr», sagte ein Sprecher der Polizeiautobahnstation Wiesbaden. Betroffen sei unter anderem die A3. Dort staue sich der Verkehr zwischen Raunheim und Idstein auf knapp 30 Kilometern Länge. Auch auf den Autobahnen 66, 671 und 643 gebe es lange Staus. Es habe zahlreiche Unfälle gegeben, bei denen aber nur Sachschäden entstanden seien. 

In Frankfurter Stadtgebiet wurden nach Angaben der Polizei binnen drei Stunden rund 50 Unfälle gemeldet. Dabei habe es sich größtenteils um Blechschäden gehandelt, hieß es. Laut der Autobahnpolizei Frankfurt gab es auf der 661 und auf der A 66 einzelne Unfälle.

Die Autofahrer müssen sich auf starken Schneefall einstellen. Foto: Boris Roessler/dpa
Die Autofahrer müssen sich auf starken Schneefall einstellen.

Schwierig war die Lage auch in Mittelhessen, wo es auf schneeglatten Straßen am Nachmittag zu zahlreichen Unfällen kam. Innerhalb von etwa zwei Stunden wurden der Polizei rund 35 bis 40 Glätteunfälle gemeldet, «das werden sicher noch mehr», sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelhessen. 

Auf der Autobahn 5 nahe Grünberg und nahe der Raststätte Wetterau sowie auf der A485 zwischen den Anschlussstellen Licher Straße und Grünberger Straße kamen zudem mehrere Lastwagen auf den verschneiten Fahrbahnen nicht weiter.

Beim Polizeipräsidium Südosthessen sprach man zunächst von einem knappen Dutzend gemeldeter Unfälle. Dabei habe es auch Blessuren gegeben. «Kurzzeitig ist Chaos ausgebrochen, aber ohne gravierende Folgen», sagte ein Sprecher.

Auch im Bereich des Polizeipräsidiums Westhessen gab es einem Sprecher zufolge witterungsbedingt vermehrt Unfälle. Auch dort wurden zunächst lediglich Blechschäden registriert. In Nordhessen war die Verkehrslage am Nachmittag zunächst noch ruhig. «Es gab bislang nur drei kleinere Unfälle im Bereich Waldeck-Frankenberg», sagte eine Sprecherin der Polizei. Dabei sei niemand verletzt worden. Auch in Südhessen hatte die Polizei zunächst keine größeren Hinweise auf Glätteunfälle. 

Unwetterwarnung des DWD - bis 20 Zentimeter Neuschnee

Der Deutsche Wetterdienst hatte in Hessen vor starkem Schneefall gewarnt. In einer amtlichen Unwetterwarnung heißt es, es bestehe Gefahr für Leib und Leben durch eine geschlossene Schneedecke, eingeschränkte Mobilität, blockierte Verkehrswege und Glatteis. Die Warnung gilt voraussichtlich bis 19.00 Uhr.

Zudem muss im Westen Deutschlands hauptsächlich im Bergland und in den mittleren Landesteilen bis in tiefe Lagen laut bundesweitem Warnlagenbericht des DWD mit Schneefall gerechnet werden. 

Meistens gebe es 3 bis 8 Zentimeter Neuschnee. Vor allem vom Taunus bis zum Sauer- und Siegerland bis nach Mittelhessen seien bis zum Abend vorübergehend auch kräftigere Schneefälle mit 8 bis 15 Zentimetern Neuschnee in sechs Stunden möglich. Lokal seien auch 20 Zentimeter nicht ausgeschlossen.