Steigende Kosten

Elternbeirat: Kita-Gebühren setzen Familien unter Druck

Für viele Familien wird die Kita zum teuren Posten im Haushaltsbudget. Eine Umfrage zeigt, wie stark die Gebühren Eltern belasten.

Wie hoch die Kosten sind, hängt auch vom Wohnort ab. (Archivbild) Foto: Christoph Soeder/dpa
Wie hoch die Kosten sind, hängt auch vom Wohnort ab. (Archivbild)

Stuttgart (dpa/lsw) - Für viele Eltern in Baden-Württemberg werden Kita-Gebühren zunehmend zur finanziellen Belastung. Dem Landeselternbeirat Kindertagesbetreuung Baden-Württemberg (LEBK) liegt eine Elternbefragung einer Kommune aus Baden-Württemberg vor, in der rund 57 Prozent ihre aktuelle Belastung durch die Beiträge als hoch oder sehr hoch bezeichnen. Weitere 37 Prozent empfanden sie als spürbar. 

Nur knapp sechs Prozent stuften die Belastung als gering ein. 500 Eltern nahmen laut LEBK an der Befragung teil. Die Umfrage sei repräsentativ.

Noch höhere Beiträge könnten für manche Familien Konsequenzen haben. Rund elf Prozent der Befragten gaben an, in diesem Fall die Betreuungszeiten reduzieren zu wollen. Acht Prozent könnten sich vorstellen, ihre Kinder dann ganz zu Hause zu betreuen.

Newsletter

Holen Sie sich den WNOZ-Newsletter und verpassen Sie keine Nachrichten aus Ihrer Region und aller Welt.

Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

Wie viel Familien zahlen, unterscheidet sich dabei erheblich. Nach Angaben des LEBK lagen die Betreuungskosten für zwei Kinder im Median bei 500 Euro im Monat. Die Spannweite reichte demnach von beitragsfreien Angeboten bis zu mehr als 980 Euro im Ü3-Bereich und mehr als 1.200 Euro im U3-Bereich.

Kommunen und Träger legen Gebühren fest 

Für die unterschiedlichen Gebühren gibt es mehrere Gründe. Im Südwesten legen die Kommunen und Träger die Beiträge selbst fest. Eine landesweit einheitliche Kita-Gebühr gibt es nicht. Entscheidend sind unter anderem Betreuungsumfang, Geschwisterzahl, Einkommen und die jeweilige Gebührenordnung. Auch bei Geschwisterrabatten gibt es unterschiedliche Modelle.

Das Kultusministerium verweist darauf, dass die Entscheidung über die Höhe der Elternbeiträge allein bei den Trägern liegt. Das Land könne wegen der kommunalen Selbstverwaltung und der Vertragsfreiheit freier Träger darauf keinen direkten Einfluss nehmen.

Der Landeselternbeirat fordert deshalb eine grundlegende Reform der Kita-Finanzierung. Frühkindliche Bildung müsse stärker als Teil des Bildungssystems betrachtet werden, erklärte eine Sprecherin.