Großeinsatz

Ermittlungen nach Fund von Flasche mit «Polonium»-Aufschrift

Zwei Männer suchen im Garten nach Ostereiern und finden ein Fläschchen mit der Aufschrift «Polonium 210». Das Umweltministerium will das Fläschchen untersuchen - welche Fragen offen sind.

Der Fund eines Fläschchens mit der Aufschrift «Polonium 210» in Vaihingen an der Enz hat einen Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei ausgelöst. Foto: Karsten Schmalz/-/dpa
Der Fund eines Fläschchens mit der Aufschrift «Polonium 210» in Vaihingen an der Enz hat einen Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei ausgelöst.

Vaihingen an der Enz (dpa) - Nachdem zwei Männer bei der Ostereiersuche in Vaihingen an der Enz nordwestlich von Stuttgart ein Fläschchen mit der Aufschrift «Polonium 210» gefunden haben, laufen die Ermittlungen weiter. Polonium 210 ist ein potenziell tödliches Strahlengift. Unklar war am Sonntagabend noch, welcher Stoff in dem Fläschchen war. Das Umweltministerium transportierte das Kunststofffläschchen gesichert ab, wie die Polizei mitteilte. 

Die Feuerwehr schätzte das Fläschchen und den Inhalt am Sonntag aufgrund des Aussehens und des Gewichts als echt ein. Allerdings waren demnach alle Messungen im Umfeld des Behältnisses negativ gewesen. Es sei keine Radioaktivität gemessen worden. Die Männer seien unverletzt, sagte Kreisbrandmeister Andy Dorroch. Die beiden hatten das Fläschchen bei der Ostereiersuche im Garten gefunden. 

Stoff ist vor allem gefährlich, wenn er eingeatmet wird

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Laut Polizei ist das Ministerium im Sinne der Gefahrenabwehr für die Untersuchung des Inhalts der kleinen Kunststoffflasche zuständig. Zudem müssen die Behörden klären, woher das Fläschchen stammt und wie es in den Garten am Ortsrand der 11.000-Einwohner-Kommune gekommen ist. 

Polonium ist ein chemisches Element mit hoher Radiotoxizität und deshalb sehr gesundheitsschädlich. Laut Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) ist der Stoff vor allem dann gefährlich, wenn er eingeatmet oder aufgrund offener Wunden über die Haut aufgenommen wird. Der Kritiker von Kremlchef Wladimir Putin und frühere Geheimdienstoffizier Alexander Litwinenko starb 2006 in London nach einem Anschlag mit Polonium 210.