Höhlenabenteuer

Faszination und Risiko Höhle – was Experten raten

Höhlen üben eine besondere Faszination aus. Doch wer sich ins unterirdische Abenteuer wagt, sollte gut vorbereitet sein. Was ein Experte nach dem Notfall in der Falkensteiner Höhle rät.

Vor einem Gang in eine Höhle sollte man sich gut vorbereiten. (Archivfoto) Foto: Marius Bulling/dpa
Vor einem Gang in eine Höhle sollte man sich gut vorbereiten. (Archivfoto)

Stuttgart (dpa/lsw) - An die 3.000 Höhlen gibt es in Baden-Württemberg und sie üben auf viele Menschen eine Faszination aus. Der Gang in die dunklen, kalten und oft nassen unterirdischen Gewölbe sollte sorgfältig geplant sein, sagt Jürgen Staufer von der Höhlenrettung Baden-Württemberg. Höhlen seien für Experimente nicht geeignet. Nach dem Notfall in der beliebten Falkensteiner Höhle auf der Schwäbischen Alb gibt der Experte Tipps.

Alleine losziehen - keine gute Idee 

Sicherheit beginnt laut Staufer mit der Planung. Es sei wichtig, niemals alleine in eine Höhle zu gehen und immer eine Person außerhalb über die geplante Route und die Rückkehrzeit zu informieren. Mindestens zu zweit sollte man unterwegs sein, besser noch in einer Gruppe. Ebenso wichtig sei es, jemandem draußen Bescheid zu geben, wo man ist und wann man zurück sein will. 

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«Wenn man eine Höhlenbegehung macht, sollte man immer jemanden draußen haben, der das auch weiß», sagt Staufer. Und diese Kontaktperson sei idealerweise auch informiert über die geplante Route und die Rückkehrzeit. Diese Informationen helfen auch, Fehlalarme zu vermeiden.

Licht, Helm und Schuhe

Zur Grundausstattung gehört laut Staufer vor allem eines: Licht. Und zwar nicht nur eine Lampe, sondern mindestens zwei oder drei - idealerweise trägt man eine Stirnlampe. «Dann sind die Hände frei», sagt Staufer. Diese brauche man, um sich fortzubewegen. Feste, rutschfeste Schuhe sorgten für Halt auf feuchtem und unebenem Untergrund. Und ein Helm schütze den Kopf vor herabfallenden Steinen oder niedrigen Decken. 

Auch die Kleidung sollte durchdacht sein, sagt der Höhlenretter. Höhlen seien kühl und oft feucht, selbst im Sommer. Bei beispielsweise sechs Grad in einer Höhle beginne man in kurzer Zeit zu frieren, wenn man nicht in Bewegung bliebe. 

Zudem sei das Wetter wichtig, da Regen zu einem plötzlichen Anstieg des Wasserstands führen kann, was besonders in engen Höhlen gefährlich ist.

Selbstüberschätzung vermeiden

Die Höhlenretter machen auch darauf aufmerksam, dass man sich auch trotz bester Ausstattung niemals selbst überschätzen sollte. «Es ist wichtig, die eigene Leistungsfähigkeit richtig einzuschätzen.» Dazu gehöre es auch, nicht zu tief in eine Höhle vorzudringen. «Denn man muss die Kraft haben, den Weg auch wieder zurückzugehen.»

Laut Staufer sind Höhlenvorfälle jedoch selten. Zuletzt waren die Höhlenretter in der vergangenen Woche in der schwer zugänglichen Falkensteiner Höhle auf der Schwäbischen Alb im Einsatz. Ein Wanderer war an den Folgen eines medizinischen Notfalls gestorben. Der 61-Jährige war mit einer Gruppe bereits rund 1.300 Meter tief in die Höhle im Kreis Reutlingen geklettert, als es passierte. Die Bergung der Leiche zog sich über viele Stunden.

Die Falkensteiner Höhle sorgte davor im Jahr 2019 wegen einer spektakulären Rettungsaktion für Aufsehen: Nach einer kalten Nacht wurden zwei von Wassermassen eingeschlossene Männer von Tauchern aus ihrer Notlage befreit. Die beiden Männer saßen etwa 650 Meter tief in der Höhle fest. Höhlentaucher begleiteten damals zunächst den Guide ins Freie, weil dieser erfahrener und körperlich fitter war. Der Kunde des Mannes wurde zunächst gewärmt und mit Nahrung aufgepäppelt.