Ferien mit Rad und Roman der Ehefrau - Minister auf Reisen
Sommer, Sonne, Strand: Auch Hessens Landesregierung zieht es in den Urlaub. Wer plant wo was? Welcher Minister will auch Alligatoren in den Blick nehmen? Wie viel Handyzeit ist in den Ferien angesagt?
Wiesbaden (dpa/lhe) - Einer fliegt über den Großen Teich, einer bleibt zu Hause und alle anderen suchen in Europa Erholung: Hessens Ministerinnen und Minister verbringen ihre Sommerferien höchst unterschiedlich. Was plant der Landesvater?
Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) zieht es einem Sprecher zufolge mit seiner Familie nach Südfrankreich. Besonders gerne wolle er dort mit dem Rennrad unterwegs sein. «Ebenso wichtig sind ihm die gemeinsamen Stunden mit der Familie und die Gelegenheit, die regionale Küche zu genießen», ergänzt der Sprecher. Ganz abschalten könne ein Regierungschef natürlich nie: «Ministerpräsident Rhein wird auch im Urlaub stets erreichbar sein und das politische Geschehen in Hessen, Deutschland und der Welt verfolgen.»
Das geht dem Chef des Innenressorts, Roman Poseck (CDU) ähnlich. Auch «ein Innenminister ist nie ganz weg, sondern durchgängig auch weiter im Dienst», teilt seine Sprecherin mit. «Deshalb wird er die Sicherheitslage in Hessen auch aus der Entfernung stets im Blick behalten.»
Innenminister zieht es in den Süden
Poseck reise wieder ans Mittelmeer. Zu einem gelungenen Ferientag dort gehören für ihn laut der Sprecherin «Spaziergänge, Besichtigungen, ein gutes Buch und stets auch eine Abkühlung im Meer».
Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori (SPD) sagt: «Ich fahre mit der Familie zweieinhalb Wochen in die Ferien. Erst nach Holland an die Küste - und dann in die bayerischen Voralpen. Dort gehen wir sicher auch wandern.»
Das Handy habe er immer mit, ergänzt der Vizeregierungschef. «Wenn es beruflich mal brennt, werde ich verständigt. Ansonsten nutze ich aber auch Musik- und andere Apps.»
An die polnische Ostseeküste nahe Danzig reist Justizminister Christian Heinz (CDU) mit seiner Familie. Die Hafenstadt und ihre Umgebung will er nach Angaben seines Sprechers besichtigen.
Und sich am Strand entspannen, mit einer Besonderheit: «In diesem Jahr wird er unter anderem den neustens Roman "Weil wir gleich sind" von seiner Ehefrau Deike Wichmann erneut lesen», wie sein Sprecher mitteilt. In dem Buch geht es um den Kampf um Lohngleichheit von Frauen und Männern.
Hessens Familienministerin Diana Stolz (CDU) will sich mit der eigenen Familie erholen, in Schweden: «Im Urlaub genieße ich besonders, gemeinsam zu frühstücken, Ausflüge zu unternehmen, Neues zu entdecken und einfach Zeit miteinander zu verbringen.» Sie versuche zugunsten ihrer Familie, «etwas Abstand vom politischen Alltag zu gewinnen», sei aber in wichtigen Angelegenheiten stets erreichbar.
Limitierte Handyzeit
Das übrige Kabinett äußert sich ähnlich. Vollends ohne telefonische Erreichbarkeit im Urlaub wäre schwierig für Spitzenpolitiker. Kunst- und Kulturminister Timon Gremmels (SPD) beschränkt laut seiner Sprecherin dann seine aktive Handyzeit auf eine Stunde am Tag.
Er reise mit seinem Ehemann zur Mittelmehr-Insel Mallorca: «Viel lesen, viel Sonne, wandern und die spanische Küche bedeuten für ihn Erholung pur.»
Auf eine Insel zieht es auch wieder Finanzminister Alexander Lorz (CDU): Föhr in der Nordsee liege seiner Familie und ihm am Herzen. «Die Weite des Blicks, die Wärme und der belebende Wind lassen mich sofort abschalten. Dazu kommt ein gutes Glas Wein, und schon ist der Alltag weit weg», erzählt der Herr der Landeshaushalte. Diesmal gebe es auch «noch eine schöne Familienfeier auf der Insel».
Digitalministerin joggt mit kleiner Hündin Frida
Digitalministerin Kristina Sinemus (CDU) reist mit ihrem Mann an den Comer See. Die Kombination von Bewegung, Genuss und Kultur macht für sie laut einer Sprecherin den perfekten Ferientag aus: «Morgens joggen mit oder ohne die kleine Hündin Frida, dann zum Beispiel eine Ausstellung besuchen und abends gemeinsam kochen.» Auch Radfahren und Volleyball nimmt sich Sinemus nach eigenen Worten vor: «Beim Sport gelingt es mir am besten, den Kopf freizubekommen.»
Zum Wandern ins Karwendelgebirge in Bayern will Sozialministerin Heike Hofmann (SPD) mit ihrer Familie fahren. «Ein klassischer Aktivurlaub, denn wir sind gerne zusammen in der Natur unterwegs», erklärt sie. «Gemeinsame Zeit mit meiner Familie, Natur, Bewegung: Das sind für mich auch die besten Voraussetzungen, um richtig gut entspannen zu können.»
Ingmar Jung (CDU), Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat, fährt nach eigenen Worten mit seiner Familie «wie jedes Jahr in unsere "zweite Heimat", ein kleines Dorf im Bregenzerwald in Österreich».
Wie sieht ein gelungener Ferientag bei ihm aus? «Tagsüber eine schöne Wandertour durch die Berge, abends entspannt bei einem guten Glas Wein die leckere regionale Küche genießen», sagt der Winzersohn.
Groß-Zimmern statt Istrien
Bleiben noch die beiden Minister, die zu Hause Urlaub machen, beziehungsweise auf einem anderen Kontinent landen wollen.
Entbürokratisierungs- und Europaminister Manfred Pentz (CDU), der kroatische Wurzeln hat, bedauert, dass er nicht wieder auf der Adria-Halbinsel Istrien Ferien machen könne, sondern «dieses Jahr, weil eine Operation ansteht, daheim in meiner schönen Heimat Groß-Zimmern».
Was ist dort in Südhessen ein gelungener Ferientag für Pentz? «Am Abend bei Sonnenuntergang im Garten sitzen und mit lieben Leuten über alles reden - außer über Politik», sagt Hessens früherer CDU-Generalsekretär.
Der Herr der Schulen in Hessen, Armin Schwarz (CDU), fliegt in das Land von US-Präsident Donald Trump. Ein Sprecher des Bildungsministers teilt mit: «Es geht mit Familie in den Sommerurlaub nach New York, dann Florida. Und dort vor den Keys zum südlichsten Zipfel der Vereinigten Staaten - unterwegs zu Fuß, wandernd und mit dem Boot, immer im Blick auch die Tierwelt mit Schildkröten, Vögeln und auch Alligatoren.» Sein Chef Armin Schwarz, ein ehemaliger Lehrer, sei in den Sommerferien gerne «immer aktiv und in Bewegung» - und nur selten auf der Sonnenliege, ergänzt der Sprecher.