Wirtschaftspolitik

Förderinstitut WIBank mit gesunkenem Fördervolumen

Hessens Förderinstitut ist nicht nur in Krisenzeiten gefragt. Auf wachsendes Interesse stößt das Hessen-Darlehen bei Bauherren.

Ein Dach ist mit Photovoltaik-Modulen bestückt. Foto: Caroline SeidSeidel-Dißmannel/dpa/Archivbild
Ein Dach ist mit Photovoltaik-Modulen bestückt.

Frankfurt/Main (dpa) - Nach den Ausnahmejahren der Corona-Krise hat sich die Nachfrage bei Hessens Förderinstitut WIBank wieder normalisiert. Das Neugeschäftsvolumen lag 2023 mit rund 3,1 Milliarden Euro knapp 900 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert und wieder auf dem Vor-Corona-Niveau, wie das Institut am Montag in Frankfurt mitteilte. Das Auslaufen der Corona-Hilfen für Krankenhäuser und niedrigere Kommunalfinanzierungen machten sich bemerkbar. Die Nachfrage der Kommunen nach Investitionskrediten sank demnach, vor allem wegen gestiegener Zinsen und angespannter Finanzen der Kommunalhaushalte.

WNOZ WhatsApp-Kanal

Die Weinheimer Nachrichten und Odenwälder Zeitung auf WhatsApp! Aktuelle Nachrichten aus deiner Region. Die Top-Themen jeden Mittag frisch auf dem WhatsApp-Kanal.

Impressum

Hinzu kamen deutlich gestiegene Bau-Preise, die manche Bauherren zögern ließen, sowie die für Mitte 2023 angekündigten verbesserten Förderbedingungen für den Mietwohnungsbau. Im Mietwohnungsbau rechnet die unter dem Dach der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) angesiedelte WIBank im laufenden Jahr mit einem deutlichen Nachholeffekt.

«Gemeinsam mit der Landesregierung setzen wir alles daran, um trotz gestiegener Baukosten und Zinsen zu einer Entlastung des Wohnungsmarktes in Hessen beizutragen», sagte Gottfried Milde, Sprecher der WIBank-Geschäftsleitung. Milde verwies unter anderem auf das 2023 eingeführte Darlehensprogramm zur Finanzierung von Photovoltaikanlagen für selbstgenutzte Wohngebäude, neue Förderbedingungen im Mietwohnungsbau sowie das Hessen-Darlehen für Wohneigentum mit verbesserten Konditionen.

Die Nachfrage nach dem Hessen-Darlehen, mit dem die gestiegenen Baukosten und Marktzinsen teilweise kompensiert werden könnten, sei im vergangenen Jahr gestiegen. Erteilt wurden demnach 332 Bewilligungen mit einem Gesamtvolumen von 48,4 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor waren es 19,0 Millionen Euro bei 170 Bewilligungen.

Die WIBank habe auch 2023 wesentlich zur Stärkung der Wirtschaftskraft und der Innovationsfähigkeit Hessens beigetragen, sagte Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori (SPD).