Geschichte

Frankfurter Museum zeigt Ausstellung zur Inflation 1923

Frankfurt/Main (dpa) - Hundert Jahre nach der Hyperinflation in Deutschland rückt das Historische Museum Frankfurt das Thema in den Mittelpunkt einer Sonderschau. «Die Ausstellung ergründet die Begleiterscheinungen und die vielfältigen Folgen der großen Geldentwertung von 1923 in Deutschland und stellt die Frage nach dem Zusammenhang zwischen Krieg und Inflation - ein Thema mit hochaktuellen Bezügen», erklärte Museumsdirektor Jan Gerchow am Dienstag.

Die damaligen Erfahrungen werden anhand künstlerischer, literarischer und alltäglicher Zeugnisse dokumentiert. Dazu gehören Karikaturen aus Zeitungen, Fotografien, Plakate sowie frühe Filmaufnahmen - und natürlich jede Menge Geldnoten und Münzen. Zu den sicher ungewöhnlicheren Exponaten zählt ein «Inflationskleid». An das Kostüm wurden einst zahlreiche Geldnoten angebracht.

Die verheerende Inflation brachte in der Weimarer Republik zahlreiche Menschen um ihre Ersparnisse und stürzte sie in Armut. Deutschland hatte den Ersten Weltkrieg (1914-1918) verloren und musste hohe Reparationszahlungen leisten. Die Regierung brachte immer mehr Geld in Umlauf. Nach Angaben der Bundesdruckerei kostete im November 1923 ein Kilogramm Roggenbrot in Berlin 233 Milliarden Mark, ein Kilo Rindfleisch 4,8 Billionen Mark. Schließlich führte die Einführung der Rentenmark am 16. November 1923 zu einer Stabilisierung der Währung.

«Die Vernichtung von Werten und die daraus resultierenden Versorgungskrisen, Produktionseinbrüche und zerstörten Existenzen waren traumatische Erfahrungen, die noch Jahrzehnte nachwirkten», erklärte Gerchow. Die sieben Abschnitte umfassende Ausstellung blickt zum Schluss auch noch auf die Gegenwart - etwa anhand jüngerer Magazintitel und Karikaturen zur gestiegenen Inflationsrate. Es wird auch die Frage gestellt, wie es heute mit der Inflation aussieht.

Zu sehen ist die Sonderschau «Inflation 1923. Krieg, Geld, Trauma» von diesem Mittwoch (3. Mai) bis zum 10. September.