«Frankfurt Bilder»

Historisches Museum zeigt Fotografien von Klemm

Barbara Klemm lebt seit Jahrzehnten in Frankfurt und zählt zu den größten deutschen Foto-Reporterinnen. Nun präsentiert eine Ausstellung erstmals ihre Blicke auf die Stadt.

Frankfurt/Main (dpa) - Theodor Adorno und Mick Jagger sind ebenso dabei wie die Proteste gegen die Startbahn West am Flughafen oder alltägliche Straßenszenen: Das Historische Museum Frankfurt widmet der Fotografin Barbara Klemm von Donnerstag an die umfassende Ausstellung «Frankfurt Bilder». Bislang habe es mehr als 30 Einzelausstellungen zu Klemm gegeben, aber diese Schau konzentriere sich erstmals auf Frankfurt als Stadt, sagte Kurator Jan Gerchow am Dienstag.

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Die Ausstellung umfasst 230 Aufnahmen, ausschließlich in Schwarz-Weiß. Für die Besucherinnen und Besucher ist sie eine eindrückliche Zeitreise: Los geht es mit Bildern über die Studentenbewegung mit Adorno oder dem späteren Grünen-Außenminister Joschka Fischer. Es folgen Aufnahmen von Demonstrationen - etwa gegen die Startbahn West oder das Abtreibungsverbot.

Das sei wild gewesen damals, sagte Klemm bei einem Rundgang durch die Ausstellung. Die Studentenbewegung habe sie politisiert und damals habe sie auch ihren Mann kennengelernt, erinnert sich die heute 83-Jährige. Wenn sie durch die Ausstellung gehe, «ist das einfach unser gemeinsames Leben».

Die in Karlsruhe aufgewachsene Klemm kam 1959 - in ihrem 20. Lebensjahr - nach Frankfurt und lebt seither in der Stadt. Von 1970 bis 2005 fotografierte sie für die «Frankfurter Allgemeine Zeitung», in Deutschland und der ganzen Welt. «Nur wenige Aufträge betrafen Frankfurter Ereignisse, wie regelmäßig die Buchmessen», erklärte Gerchow. «Dennoch wurde sie eine fotografische Beobachterin ihrer Stadt, über 60 Jahre hinweg.»

Die Ausstellung zeigt auch Aufnahmen von italienischen und türkischen Gastarbeitern aus den 60er und 70er Jahren, Straßenszenen, ob am Römerberg oder an einem Wasserhäuschen im Gallus. Aber auch Aufnahmen von Schaufenstern, aus Parks oder von Prominenten wie Susan Sontag, Mick Jagger oder Janis Joplin, die zur Buchmesse oder zu Konzerten in der Stadt waren.

Und mit dabei ist auch eine Fotografie vom NPD-Bundestagswahlkampf 1969, das Klemm bekannt machte: Das Bild der feisten, behelmten NPD-Ordner vor dem Cantate-Saal wurde nach Angaben des Museums zunächst im Lokalteil der FAZ gedruckt, bevor es dann später im «Spiegel», «Paris Match» und «Observer» erschienen sei.

«Frankfurt Bilder» läuft vom 9. November 2023 bis zum 1. April 2024.