Flughafen St. Petersburg

Fraport erhält doch noch Geld für Beteiligung in Russland

Verkauf statt Enteignung: Der deutsche Flughafenbetreiber Fraport kommt bei seinem Engagement in Russland mit einem blauen Auge davon.

Der Flughafen der russischen Stadt St. Petersburg wurde zwölf Jahre lang von der deutschen Fraport AG gemanagt. Foto: Marcus Brandt/dpa
Der Flughafen der russischen Stadt St. Petersburg wurde zwölf Jahre lang von der deutschen Fraport AG gemanagt.

Frankfurt/Main (dpa) - Der Flughafenbetreiber Fraport erhält doch noch einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag für seine Minderheitsbeteiligung am Flughafen im russischen St. Petersburg. Man stehe kurz vor dem Vollzug des Verkaufs der Anteile an den Investor Orbit Aviation LLC aus dem Nahen Osten, berichtet der MDax-Konzern in Frankfurt. 

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Nach Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine hatte Fraport seine Leistungen an dem Flughafen Pulkovo in St. Petersburg eingestellt. Die Forderungen gegen die Betreiber-Holding wurden im Geschäftsjahr 2022 in Höhe von 163,3 Millionen Euro vollständig abgeschrieben, weil man zunächst nicht mit Erstattungen aus dem mit Sanktionen belegten Russland rechnete.

Fraport konnte nun nach eigenen Angaben den Käufer in einem strukturierten Prozess selbst auswählen. Das Geschäft musste aber laut der Nachrichtenagentur Interfax vom russischen Präsidenten Wladimir Putin persönlich genehmigt werden. 

«Mit dem Vollzug dieser Transaktion beenden wir unser Engagement in Russland», erklärt Fraport-Chef Stefan Schulte. Der Erlös aus der für die nächsten Tage geplanten Transaktion wird die Netto-Schulden des vom Land Hessen und der Stadt Frankfurt dominierten Unternehmens reduzieren.