Demonstrationen

Fünf Fragen und Antworten zur Iran-Demo in Frankfurt

Zehntausende Iranerinnen und Iraner werden am Samstag in der Mainmetropole erwartet. Warum demonstrieren sie?

Zehntausende Menschen werden zu der Demonstration erwartet. Foto: Anabel Giesbert/dpa
Zehntausende Menschen werden zu der Demonstration erwartet.

Frankfurt (dpa/lhe) - Frankfurt bereitet sich auf ein weiteres Wochenende mit Demonstrationen vor. Am Samstag werden Zehntausende Iranerinnen und Iraner in der Stadt erwartet. Doch warum eigentlich?

Was ist der Auslöser der Demonstrationen?

Die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit verleiht ihren Freiheitspreis 2026 an das iranische Volk. Die Auszeichnung der FDP-nahen Stiftung soll am Samstag in der Frankfurter Paulskirche überreicht werden. Reza Pahlavi, Sohn des früheren iranischen Schahs und einer der bekanntesten Vertreter der iranischen Opposition, soll den Preis treuhänderisch entgegennehmen. 

Wer ist Reza Pahlavi?

Pahlavi ist der Sohn des 1979 gestürzten Schahs von Persien und ein iranischer Oppositionspolitiker, der seit Jahrzehnten im US-Exil lebt. Pahlavi beansprucht aus dem Ausland eine Führungsrolle in der zerstrittenen und zersplitterten iranischen Opposition. Er gilt als eine der einflussreichsten Oppositionsstimmen im Ausland. 

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Der Schah-Sohn macht die Führung in Teheran für den Tod Tausender Menschen verantwortlich. Mit Beginn der Massenproteste im Iran Ende 2025/ Anfange 2026 forderte Pahlavi einen Machtwechsel. Viele sehen seine Personalie kritisch, insbesondere wegen der monarchischen Vergangenheit des Landes und der autoritären Herrschaft seines Vaters und seines Großvaters.

Reza Pahlavi soll einen Preis entgegennehmen. (Archivbild) Foto: Sebastian Gollnow/dpa
Reza Pahlavi soll einen Preis entgegennehmen. (Archivbild)

Für seine Unterstützung des Kriegs der USA und Israels, der auch die Zivilbevölkerung traf, geriet Pahlavi in Teilen der iranischen Gesellschaft in die Kritik. Auch Pahlavis Vater regierte das Land mit harter Hand: Die Opposition wurde unterdrückt, Kritiker landeten im Gefängnis und ein berüchtigter Geheimdienst ging brutal gegen Gegner vor. Gleichzeitig haben andere Iraner auch positive Erinnerungen, denn der Schah entwickelte das Land mit großen Reformprojekten und einer engen Anbindung an den Westen. 

Welche Demonstrationen gibt es am Samstag?

Laut der Stadt sind am Samstag mehrere Demonstrationen und Kundgebungen geplant, die größte davon am Ostpark:

  • Ab 8 Uhr startet ein Demonstrationszug vom Römer zum Ostpark mit 24.000 angemeldeten Teilnehmerinnen und Teilnehmern.
  • Für die Kundgebung dort sind laut Stadt 30.000 Menschen angemeldet. Das Thema sei «Empfang von Kronprinz Reza Pahlavi in Frankfurt am Main». Hier soll Pahlavi auch selbst sprechen. 
  • Kleinere Demonstrationen gibt es etwa noch in der Berliner Straße unter dem Motto «Solidarität mit den Menschen im Iran» und am Brockhausbrunnen «Gegen Menschenrechtsverletzung im Iran».
  • Am Roßmarkt werden etwa 500 Menschen zur Kundgebung erwartet, Thema hier ist «Solidarität mit dem Iran».

Was sagt Pahlavi selbst zu der Kritik?

Pahlavi erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: «Ich bin nur der Hüter dieser Auszeichnung». Dass die liberale politische Stiftung seinen Aufruf zum Handeln erkannt habe, zeige seine zentrale Rolle. Viele seiner Landsleute, sowohl im Iran als auch im Ausland, teilten ihm zufolge die Unterstützung durch die Stiftung. Kritikern warf er vor, Propaganda-Narrative zu verbreiten. 

Der Freiheitspreis wird seit 2006 alle zwei Jahre für herausragendes Engagement zugunsten einer liberalen Bürgergesellschaft verliehen. Die Veranstaltung soll am Samstag in der Frankfurter Paulskirche stattfinden.

Wie bereitet sich Frankfurt vor?

«Aufgrund der hohen Anzahl an Versammlungsteilnehmerinnen und -teilnehmern an diesem Tag ist mit ganztägigen, starken Verkehrsbehinderungen im Innenstadtbereich zu rechnen», teilte die Stadt mit. Am Morgen war auf Anzeigen für Autofahrer bereits der Hinweis auf die kommende Demo am 7. November und die Verkehrseinschränkungen zu sehen. «Das Ordnungsamt bittet darum, diesen Bereich großräumig zu umfahren oder auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen.»

Ein Polizeisprecher sagte, man werde sich wieder intensiv und angemessen vorbereiten sowie die angemeldeten Versammlungen begleiten und die stattfindende Veranstaltung schützen.