Hauptzollamt: Höhere Steuereinnahmen durch mehr Warenverkehr
Gießen (dpa/lhe) - Dank eines wieder aufgelebten Warenverkehrs nach Abklingen der Corona-Pandemie haben die Zöllner des Gießener Hauptzollamtes 2022 im Jahresvergleich höhere Steuereinnahmen für den Bundeshaushalt verbucht. Insgesamt beliefen sich die Einnahmen auf 2,57 Milliarden Euro, nach rund 2,3 Milliarden Euro im Vorjahr, wie das Hauptzollamt Gießen als eines von drei hessischen Hauptzollämtern am Mittwoch mitteilte. 1,37 Milliarden Euro des Gesamtbetrags machte im vergangenen Jahr die Einfuhrumsatzsteuer aus, im Vorjahr waren hier noch 1,09 Milliarden Euro verbucht worden.
Das Hauptzollamt Gießen ist auch für die Zollabfertigung im Internationalen Postverteilzentrum am Logistikstandort Niederaula (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) zuständig. Hier habe die Arbeit deutlich zugenommen, weil zum einen seit Juli
2021 alle Sendungen aus Nicht-EU Ländern - darunter nach dem Brexit auch Großbritannien - beim Zoll angemeldet werden müssen. Eine frühere EU-Regelung, wonach Kleinsendungen bis 22 Euro anmeldefrei waren, ist entfallen. Dies habe im vergangenen Jahr zu einem deutlichen Anstieg elektronischer Zollanmeldungen um mehr als fünf Millionen Sendungen gesorgt, hieß es.
In 73 Fällen zogen die Zöllner dort insgesamt 3459 Plagiate im Wert von mehr als 650.000 Euro aus dem Verkehr. Die meisten Artikel seien aus Asien gekommen.
Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz wurden bei 539 Sendungen festgestellt, wobei die Zöllner vor allem bei der Abfertigung von Sendungen aus Großbritannien häufig Drogen fanden, darunter teils auch neue synthetische Drogen. Zudem entdeckten die Beamten in 4141 beschlagnahmte Sendungen Arzneimittel.
Viele im Internet bestellte Waren, darunter vor allem Elektroartikel, hätten zudem die Bestimmungen des Produktsicherheitsgesetzes nicht erfüllt und seien vernichtet oder zurückgesandt worden.