Fußball-Bundesliga

Heftige Hütter-Kritik trübt Atubolus emotionales Wiedersehen

Adi Hütter kritisiert seine Mannschaft nach dem 2:2 gegen Freiburg deutlich. Wieder verspielt die Eintracht eine Pausenführung.

Nicht zufrieden mit dem Auftritt seines Teams: Eintracht-Coach Adi Hütter Foto: Florian Wiegand/dpa
Nicht zufrieden mit dem Auftritt seines Teams: Eintracht-Coach Adi Hütter

Frankfurt (dpa/lhe) - Noah Atubolu war gerade in der Mannschaftskabine seiner ehemaligen Teamkollegen vom SC Freiburg angekommen, da polterte sein neuer Trainer Adi Hütter nur wenige Meter entfernt los. Ins Visier nahm der 56-Jährige von Eintracht Frankfurt auf der Pressekonferenz nach dem 2:2 in der Fußball-Bundesliga seine Spieler. «Zu einem Sieg gehört auch die Leistung und die haben wir nicht gebracht», sagte Hütter.

Zweimal gingen die Hessen durch Younes Ebnoutalib (10. Minute) und Jonathan Burkardt (36.) in Führung, zweimal glich der Sport-Club aus (34./48.). Die Eintracht verpasste so den ersten Heimsieg seit der Rückkehr von Hütter an den Main und kassierte erneut kurz nach Wiederbeginn einen Gegentreffer. 

Über dieses «Geschenk an Freiburg» ärgerte sich Hütter. «Wir sind ja klar in Ballbesitz und kriegen dann ein sehr, sehr billiges Tor. Das müssen wir abstellen und da habe ich kein Verständnis.» Das Verhalten in dieser Situation sei «zu wenig professionell», meinte der Österreicher, der zudem um Raphael Onyedika bangen muss. Der Mittelfeld-Neuzugang hielt sich in der Schlussphase nach einem Zweikampf die Schulter.

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Raphael Onyedika verletzte sich an der Schulter. Foto: Florian Wiegand/dpa
Raphael Onyedika verletzte sich an der Schulter.

Atubolus besonderer Moment

Atubolus besonderes Wiedersehen rückte angesichts der deutlichen Trainer-Kritik in den Hintergrund. Dennoch war es für den von Bundestrainer Jürgen Klopp nominierten Keeper «ein sehr besonderer Moment in meiner Karriere», gegen seine langjährigen Weggefährten und seinen Ausbildungsverein zu spielen. Erst kurz vor dem Ende der Wechselfrist war er nach einem für ihn turbulenten Transfer-Sommer nach Frankfurt verliehen worden.

«Es war krass, unfassbar», sagte Atubolu über seine Gefühlswelt. «Ich habe mich sehr, sehr gefreut. Ich habe es probiert, zu genießen - mit dieser Wucht hier im Stadion ist es noch einmal schöner.»

Beim 1:1 durch Derry Scherhant sah Atubolu nicht ganz glücklich aus. Bei einem Freistoß des Offensivspielers brachte er dafür entscheidend die Fingerspitzen an den Ball, sodass dieser an den Pfosten prallte und nicht im Tor landete. Die Parade sei «ein Zeichen harter Arbeit», sagte Atubolu. «Das Torwart-Team und ich haben die ganze Woche am Abdruck gearbeitet. Das ist schön, weil solche Momente kommen nicht immer. Wir können ja nicht entscheiden, was aufs Tor kommt.»

Dennoch steht die Eintracht zum Abschluss des ersten Blocks vor der nun beginnenden Länderspielpause bei fünf und nicht bei mehr Punkten. Geht der Blick der Frankfurter in der Tabelle dennoch nach oben in Richtung der Europapokal-Plätze? «In der Phase sollte man kleinere Brötchen backen», sagte Hütter, dem die Unzufriedenheit über die Leistung deutlich anzumerken war.

Knifflige Suche nach Antworten

Auf der Suche nach Antworten tat sich der Coach unmittelbar nach Spielende schwer. «Wir haben in allen vier Spielen zur Pause geführt und es dann über 90 Minuten nicht immer hingebracht», sagte er. Nur im Auswärtsspiel bei Mainz 05 brachte die Eintracht den Vorsprung über die Zeit (3:1). Jedoch wäre es seiner Ansicht nach zu einfach, die verspielten Führungen nur auf die physische Komponente zu schieben. 

Auch die ständige System-Diskussion nach der Abkehr von der in Mainz funktionierenden Dreierkette sei nicht entscheidend, sagte Sportvorstand Markus Krösche. «Ich glaube, es hat ein Stück weit auch mit Verhaltensweisen zu tun. In der ersten Halbzeit waren wir zu passiv, aber es ist einfach ein Prozess, den wir gehen müssen. Auch in der Viererkette müssen wir aktiver bleiben und uns nicht auseinanderziehen lassen.» Mit dem Ergebnis müsse man jetzt einfach leben, sagte Krösche.