Hessen bekommt Preis für seine Finanzbildung
Was ist brutto und netto? Was bedeutet Zinseszins? Hessen setzt stärker auf Wirtschaftsbildung. Was hinter der Auszeichnung steckt.
Wiesbaden/Köln (dpa/lhe) - Schüler auf die Finanzwelt vorbereiten: In Hessen sind das Kultus- und das Finanzministerium mit dem Deutschen Wirtschaftsbildungspreis ausgezeichnet worden. Hessen habe die Finanzbildung und den Verbraucherschutz im Landesschulgesetz gestärkt, teilte die Flossbach von Storch Stiftung in Köln mit. Hessen verstehe Wirtschaftsbildung zugleich als lebenslange Bildungsaufgabe.
Landesbildungsminister Armin Schwarz (CDU) erklärte, auch Wirtschafts- und Finanzbildung gehörten zu einer guten schulischen Allgemeinbildung. Hessens Finanzminister Alexander Lorz (CDU) betonte, finanzielle Entscheidungen begleiteten Menschen in allen Lebensphasen.
Preisgeld für Bildungsprojekte
Das Preisgeld von 20.000 Euro soll in Projekte der Wirtschafts- und Finanzbildung fließen. Die Flossbach von Storch Stiftung hat nach eigenen Angaben ihre Auszeichnung zum ersten Mal verliehen. Auch Preisträger in Niedersachsen und Thüringen erhalten jeweils 20.000 Euro. Der Deutsche Wirtschaftsbildungspreis soll künftig alle zwei Jahre verliehen werden.
Bedarf für Finanzbildung scheint es zu geben - die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände etwa hatte 2025 erklärt: «Viele Arbeitgeber berichten, dass es bei Schulabgängerinnen und -abgängern am Verständnis wirtschaftlicher Zusammenhänge mangelt.» Der Grünen-Abgeordnete Sascha Meier sagte einst im Wiesbadener Landtag, Zigtausende Schüler lernten lineare Funktionen abzuleiten - aber nicht, was ein Dispokredit sei.