Freizeit

Hessen im Herbst: Kürbiswettkampf und Gruselführung locken

Pflanzen tauschen, Märkte besuchen und regionale Spezialitäten probieren: Wer die Herbstferien in Hessen verbringt, kann unter abwechslungsreichen Angeboten wählen.

Wer hat den schwersten Kürbis? (Archivbild) Foto: Andreas Arnold/dpa
Wer hat den schwersten Kürbis? (Archivbild)

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Mit rund 3,5 Millionen Passagieren rechnet der Frankfurter Flughafen in der Zeit der hessischen Herbstferien. Wen es nicht in die Ferne zieht, bekommt auch in Hessen einiges geboten. Ein Überblick:

Wer hat den dicksten Kürbis?

Hessen sucht den Superkürbis: An diesem Samstag findet auf Pauls Bauernhof in Hofheim-Wallau bei Frankfurt die «2. Offene Hessische Riesenkürbiswiegemeisterschaft» statt. Besucher können beim offiziellen Wiegen ab 14.00 Uhr live dabei sein, die Exemplare aus nächster Nähe bestaunen und außerdem die Kürbiserlebniswelt sowie das Maislabyrinth besuchen, wie der Familienbetrieb mitteilt. Zu dem Wettbewerb sind Züchter aus ganz Hessen, darunter auch Familien, Vereine, Schulen und Kitas, eingeladen. Die Teilnahme am Wettwiegen ist kostenlos.

Der Siegerkürbis im vergangenen Jahr brachte den Angaben zufolge 594 Kilogramm auf die Waage. Veranstaltet wird die Meisterschaft von dem Bauernhof in Zusammenarbeit mit dem Great Pumpkin Commonwealth (GPC), dem internationalen Dachverband für Riesenkürbis- und Riesengemüsewettbewerbe, der auch die Regeln aufgestellt hat. Für den Siegerkürbis gibt es 500 Euro Preisgeld.

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Doch Größe allein ist nicht alles: Gekürt wird auch der schönste Kürbis. Dabei geht es nicht nur um das Gewicht, sondern auch um Aussehen, Form und die persönliche Meinung der Besucherinnen und Besucher. 

Pflanzentausch in Kassel 

Pflanzenliebhaber kommen gleich zu Beginn der Herbstferien in Kassel auf ihre Kosten. Dort findet am 4. Oktober die Herbst-Pflanzenbörse im Botanischen Garten statt. Der Eintritt ist frei. Nach Angaben der Stadt können Besucher von 10.00 bis 17.00 Uhr Pflanzen auf einem «Marktplatz» spenden oder gegen eine Spende für den Botanischen Garten neue Pflanzen erstehen. 

Einen Einblick in die vielfältigen Gartenfreuden bieten demnach außerdem regionale Gärtnereien, Baumschulen, Töpfer sowie Hobbygärtner. Auch Vereine und die Hessische Gartenakademie sind vertreten. Zeitgleich veranstaltet der benachbarte «Werkhof am Park Schönfeld» einen Herbstmarkt mit Textilien, Holzartikeln und Gartenerzeugnissen. An beiden Standorten gibt es Kaffee und Kuchen, Imbissgerichte und kalte Getränke.

Gruselführung auf Burg Greifenstein

Wer sich schon vor Halloween einmal richtig gruseln möchte, ist auf der Burg Greifenstein an der richtigen Adresse. In den Abendstunden des 16. und 17. Oktober werden an besonderen Orten in der Burg Geschichten von Krieg, Verbrechen, Pest, Tod und Aberglauben erzählt, wie der Greifenstein-Verein mitteilt.

Die Führung finde im Dunkeln statt und behandele zum Teil Themen, die für Kinder unter 14 Jahren nicht geeignet seien. Letztlich sei es aber eine Entscheidung der Eltern. Es werde zwar einzelne Gruseleffekte geben, die Burg sei aber keine Geisterbahn, betont der Verein. Aufgrund des teils unebenen und schlecht beleuchteten Untergrunds werden festes Schuhwerk und ein sicherer Tritt empfohlen. Eine Anmeldung per Mail unter verein@burg-greifenstein.net ist erforderlich.

Streuobstwiesen haben im Herbst besonderen Charme. (Archivbild) Foto: Sebastian Gollnow/dpa
Streuobstwiesen haben im Herbst besonderen Charme. (Archivbild)

Erntedankfest im Hessenpark

Auch der Hessenpark steht im Zeichen des Herbstes. Am Samstag wird in dem Freilichtmuseum in Neu-Anspach im Hochtaunuskreis von 11.00 bis 17.00 Uhr Erntedankfest gefeiert. Besucherinnen und Besucher können zuschauen, wie Getreide gedroschen und Strohseile hergestellt werden. Kinder können sich nach Angaben des Museums im Kürbisschnitzen üben und bei der Kartoffelernte helfen, wenn das Wetter mitspielt. Zu essen gibt es passenderweise frisch gedämpfte Kartoffeln.

Kartoffeln im Odenwald und Streuobst im Spessart

Nicht nur im Hessenpark im Taunus, sondern auch im Odenwald geht es um die Erdäpfel. Noch bis zum Sonntag laufen die Odenwälder Kartoffelwochen. Knapp zwei Dutzend Restaurants und Gaststätten bringen Spezialitäten wie Kartoffel-Bratwurst oder Kartoffelkräuterkruseln auf die Teller ihrer Gäste, wie die Landestourismusorganisation Hessen Tourismus mitteilt.

Nicht Erd-, sondern richtige Äpfel stehen gemeinsam mit Birnen, Zwetschen und Co. im Mittelpunkt der Streuobstwochen im Spessart. Bei der Aktion, die nach Angaben von Hessen Tourismus bis zum Ende der Herbstferien läuft, gibt es Wanderungen und Radtouren entlang von Streuobstwiesen, Hoffeste sowie Möglichkeiten, eigene Äpfel zu keltern. Auch bei teilnehmenden Erzeugerbetrieben, Gaststätten und Brennereien steht das Streuobst im Mittelpunkt. 

Volksfest mit Wurzeln im 9. Jahrhundert

Vom 12. bis 19. Oktober wird in Bad Hersfeld das Lullusfest gefeiert. Nach Angaben der Stadt ist es das älteste Volksfest Deutschlands. Seine Wurzeln reichen bis ins Jahr 852 zurück. Benannt ist das Fest nach dem Mainzer Erzbischof Lullus, dem Gründer der Stadt. 

Das Anbrennen des Lullusfeuers ist traditionell der Auftakt zu Deutschlands ältestem Volksfest. (Archivbild) Foto: Uwe Zucchi/dpa
Das Anbrennen des Lullusfeuers ist traditionell der Auftakt zu Deutschlands ältestem Volksfest. (Archivbild)

Unter dem Schlachtruf «Enner, zwoon, dräi - Bruder Lolls» wird am «Lollsmontag» (12. Oktober) um 12.00 Uhr das Lullusfeuer angezündet, der Höhepunkt des Festes. Das «Fierche», wie die Einheimischen sagen, gilt als Symbol der historischen «Lullusfreiheit» - jener Zeit, in der die Bürger einst von Abgaben befreit waren. Nach dem Entzünden des Lullusfeuers zieht ein Festumzug durch die Innenstadt. Abgerundet wird das Fest von zahlreichen Fahrgeschäften und Buden.