Hessen prüft weiter Radioaktivität – 600 Proben jährlich
Wie viel Radioaktivität ist Jahrzehnte nach dem Reaktorunglück in Tschernobyl noch in Hessen messbar? Das Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie analysiert jährlich Hunderte Proben.
Wiesbaden (dpa/lhe) - Das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) misst in Hessen die Radioaktivität in Lebensmitteln und Futtermitteln, in Pflanzen und im Boden, in Flüssen und Seen, im Grundwasser und im Niederschlag sowie in Reststoffen der Abfallbehandlung. Jährlich werden etwa 600 Umweltproben aus Hessen im HLNUG auf Radioaktivität untersucht. Die Messstellen befinden sich in Kassel und Darmstadt.
«Vor der Tschernobyl-Katastrophe gab es sowohl in West- und Ost-Deutschland keine Notfallpläne und man war unvorbereitet für ein Ereignis dieser Größe», sagt Uh-Myong Ha, Dezernatsleiter der Abteilung Strahlenschutz beim HLNUG. «Es gab wenig Vergleichsmesswerte für die Umweltmedien, weshalb es schwierig war zu beurteilen, inwieweit sich die Messwerte erhöht hatten.» Damals hätten vor allem uneinheitliche Grenzwerte zwischen den EU-Ländern und innerhalb Deutschlands zur allgemeinen Verunsicherung der Bevölkerung geführt.
«Im Nachgang der Katastrophe wurden Notfallpläne und ein Routinemessprogramm eingerichtet, um diese Werte zu haben und für die Sicherheit der Bevölkerung vorzusorgen.» Diese Notfallpläne würden fortlaufend aktualisiert, um auch den veränderten geopolitischen Rahmenbedingungen zu begegnen.