Hilfe bei häuslicher Gewalt

Hessen will Betriebskosten für Frauenhäuser übernehmen

Nach den Worten von Sozialministerin Hofmann plant Hessen sein Frauenhilfesystem ab 2027 finanziell neu aufzustellen. Damit kommt die Landesregierung auch gesetzlichen Vorgaben des Bundes nach.

Sozialministerin Heike Hofmann (SPD) sieht im Gewalthilfegesetz einen echten Meilenstein. (Archivbild) Foto: Evelyn Denich/dpa
Sozialministerin Heike Hofmann (SPD) sieht im Gewalthilfegesetz einen echten Meilenstein. (Archivbild)

Wiesbaden (dpa/lhe) - Das Land Hessen will ab 2027 die vollständige Finanzierung des laufenden Betriebs der bestehenden Frauenhäuser und Beratungsstellen übernehmen. Das teilte Sozialministerin Heike Hofmann (SPD) bei der Vorstellung eines Gesetzentwurfs in Wiesbaden mit. Bislang werde das Frauenhilfesystem gemeinsam von Land, Kommunen und den Trägern bezahlt. 

In den Jahren 2027 und 2028 werden die Landesmittel der Ministerin zufolge zunächst noch über die Kommunen an die Träger weitergeleitet. Ab 2029 erfolgt die Finanzierung den Plänen zufolge direkt durch das Land. 

«Wenn Frauen und ihre Kinder in ihrer eigenen Wohnung, in ihrem eigenen Haus nicht sicher sind, brauchen sie dringend Unterstützung. Mit unserem Hessischen Ausführungsgesetz zum Gewalthilfegesetz stellen wir das Frauenhilfesystem neu auf und übernehmen Verantwortung», sagte Hofmann.

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Ab 2032 gilt gesetzlicher Anspruch auf kostenfreien Schutz

Anfang 2025 hatte der Bund das Gewalthilfegesetz verabschiedet. Demnach haben Frauen, die von häuslicher oder geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen sind, ab 2032 einen gesetzlichen Anspruch auf kostenfreien Schutz und kostenfreie Beratung. 

«Das Gewalthilfegesetz ist ein echter Meilenstein für den Schutz von Frauen. Jetzt kommt es darauf an, den gesetzlichen Anspruch auch in Hessen mit einem entsprechenden Angebot zu hinterlegen», erklärte Hofmann. 

Mit dem Ausführungsgesetz würden die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass Hessen den Rechtsanspruch auf Schutz und Beratung ab 2032 erfüllen könne. Das Ziel sei klar: «Frauen, die von Gewalt betroffen sind, und ihre Kinder sollen schnell und unkompliziert den Schutz und die Hilfe bekommen, die sie benötigen», betonte Hofmann. 

Hilfesystem mit Frauenhäusern und Beratung

Derzeit stehen laut Ministerium in Hessen 32 Frauenhäuser mit 364 Plätzen für Frauen zur Verfügung. Zusätzlich gebe es mehr als 25 Notplätze. «Ergänzend kommen 48 Beratungsstellen, Notrufe und Interventionsstellen hinzu», hieß es in der Mitteilung. Bereits im kommenden Jahr werde das Angebot weiter ausgebaut: Im Vogelsbergkreis und im Landkreis Groß-Gerau entstehen zwei zusätzliche Frauenhäuser.