Hightech-Küche im Gallus: Roboter kocht für Lieferdienste
Roboter am Herd, Menschen am Gemüse: Im Frankfurter Gallus trifft Hightech auf Kochkunst. Ein Grundstein für einen Umbruch in der Gastronomie?
Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Im Frankfurter Stadtteil Gallus trifft vietnamesische Küche auf Hightech: Ein Roboter schwenkt hier die Töpfe. Es ist eine Außenstelle des vietnamesischen Restaurants «Vipho» aus dem Frankfurter Nordend – eine Küche ausschließlich für Lieferdienste. Ein Projekt der Betreiber Thu Dinh und ihres Mannes Hung Quach.
Der Ablauf ist standardisiert: Der Roboter greift auf vorbereitete Zutaten zu, rührt, brät und portioniert. Menschen bleiben eingebunden: Köche schneiden Gemüse, bereiten Soßen vor und kontrollieren am Ende die Qualität. «Der Faktor Mensch entscheidet, was reinkommt und was rauskommt», sagt Mitbetreiberin Thu Dinh. Die wiederholenden Prozesse könne man aber der Technologie überlassen. Sobald das Essen fertig ist, wird es vom Lieferdienst abgeholt und ausgeliefert.
«Dark Kitchen» mit Automatisierung
Was hier entstanden ist, ist eine sogenannte «Dark Kitchen» oder «Ghost Kitchen» – eine Küche ohne Gastraum, ohne Service, ohne Laufkundschaft. Produziert wird ausschließlich für Lieferdienste. Mit dem Einsatz eines Kochroboters geht das Konzept von «Vipho» noch einen Schritt weiter: Die Küche wird zur teilautomatisierten Produktionslinie.
Der Lieferdienst «Wolt» sieht im Einsatz von Robotik Potenziale: Sie könne Prozesse effizienter gestalten sowie die Qualität und Konsistenz von Speisen verbessern. Auch der Bundesverband der Systemgastronomie sieht in dem Konzept Chancen, verweist jedoch auf hohe Investitionskosten und technische Risiken. Zugleich betont der Verband: «Die persönliche Gastfreundschaft bleibt das Herz der Branche» – Roboter könnten unterstützen, aber nicht ersetzen.