Trockenstress

Hitze im Garten? So kommen Pflanzen durch den Sommer

Hitze, Dürre, Sonnenbrand: Pflanzen, Bäume und Rasen im Garten leiden im Sommer unter Trockenheit und UV-Strahlung. Tipps für einen klimaresistenten Garten im Sommer.

Das kostenfreie Gartentelefon der Hessischen Gartenakademie hilft bei Problemen mit Hitze, Schädlingen und Krankheiten. (Symbolbild) Foto: Katharina Kausche/dpa
Das kostenfreie Gartentelefon der Hessischen Gartenakademie hilft bei Problemen mit Hitze, Schädlingen und Krankheiten. (Symbolbild)

Kassel/Witzenhausen (dpa/lhe) - Hitzewellen stellen nicht nur Menschen, sondern auch Pflanzen vor große Herausforderungen. Sie leiden unter Trockenheit, Sonnenbrand und Wasserstress. Wie Gartenpflanzen die Durststrecke am besten überstehen, erklärt Gerd Bergmann von der Hessischen Gartenakademie. 

Gießen: wann, wie viel, womit?

«Wenn man gießt, dann nicht nur immer ein bisschen, sondern ausgiebig und durchdringend, damit die Wurzeln im unteren Bereich auch Wasser bekommen», rät Bergmann. «Durchdringend heißt normalerweise 10 bis 20 Liter pro Quadratmeter.» 

Am besten werde Regenwasser verwendet. «Da das aber auch irgendwann knapp wird, empfehle ich, von vornherein Regenwasser mit Leitungswasser zu mischen.» Die beste Zeit zum Gießen sei morgens zwischen 6.00 und 9.00 Uhr, da dann die Verdunstung am geringsten sei. «Falls das nicht möglich ist, empfiehlt sich der Abend, wenn es abgekühlt ist.»

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Pflanzen vor Verdunstung schützen

«Man sollte keine offenen Beete und Flächen haben», sagt der Experte. Sie sollten mit Mulch oder Bewuchs abgedeckt werden, um die Feuchtigkeit im Boden zu halten. Zudem könne ein humusreicher Boden, der etwa durch die Zugabe von Kompost, Mulch und organischer Biomasse entstehe, das Wasser besser speichern. Hilfreich sei auch, die Erde oberflächlich zu bewegen etwa durch Hacken.

Bepflanzung anpassen

«Wer seinen Garten plant, sollte Pflanzensorten wählen, die Hitze und Trockenheit abkönnen», erklärt Bergmann. Zudem empfiehlt er eine Mischbepflanzung, egal ob bei Baumpflanzung, bei Sträuchern oder Stauden. «Das Risiko des Ausfalles ist dann einfach geringer.»

Rasenarten pflanzen, die Trockenheit vertragen

«Generell würde ich empfehlen, keinen Rasen mehr zu pflanzen», sagt Bergmann. «Man sieht ja, wie braun er überall ist.» Wenn doch, dann rät er zu Rasenarten, die für Trockenlagen geeignet sind. Rohrschwingel etwa sei eines der trocken- und hitzetolerantesten Gräser für den Hausrasen. 

Durch seine tiefen Wurzeln benötige er deutlich weniger Wasser als herkömmliche Rasenarten. Mikroklee im Rasen zeige auch eine gute Toleranz bei Trockenheit. Er bleibe länger grün als reiner Grasrasen und schütze den Boden durch seine dichten Blätter vor dem Austrocknen. 

Bäume weiß anstreichen

«Bei Bäumen sollte man auf jeden Fall einen Weißanstrich gegen die Sonneneinstrahlung machen», rät Bergmann. «Das reflektiert die Sonneneinstrahlung und verhindert Risse. Das sollte man im Herbst machen, also Oktober, November. Dann hat man für das ganze Jahr einen Schutz.»

Pflanze gegen Schädlinge stärken

Schädlinge wie Wanzen und Thripse machten Gärtnern zunehmend zu schaffen, sagt Bergmann. Um Schädlingsbefall zu verhindern, sei es vor allem wichtig, die Pflanze gut zu ernähren, damit sie sich wehren könne. Bei einem Befall rät der Fachmann, zu natürlichen Mitteln wie Seifenlauge zu greifen. «Bei einem Befall mit Wanzen hilft nur eins: absammeln.»

Für ausreichend Schatten sorgen

Pflanzen sollten laut Bergmann bei Hitze und starker Sonneneinstrahlung nicht vor weiße Wände gestellt werden, denn diese reflektierten viel Licht. Die Pflanze trockne so aus. Zudem sei es wichtig, bei empfindlichen oder belasteten Pflanzen für ausreichend Schatten zu sorgen, etwa mit Sonnenschirmen oder Schattensegeln. 

Gartentelefon bei Fragen kontaktieren

Noch Fragen zu Pflanzen, Schädlingen und Krankheiten? Das kostenfreie Gartentelefon der Hessischen Gartenakademie berät zu Themen rund um den Garten und hilft bei der Planung von Klimaanpassungen, Zukunfts- und Trockengärten. Erreichbar ist es unter der Telefonnummer +49 561 7299 377, immer montags, mittwochs und donnerstags von 9.00 bis 11.00 Uhr.