Hopfenernte rund um Tettnang fällt wegen Hitze geringer aus
Hitze und Trockenheit setzen den Hopfenbauern rund um Tettnang zu. Was das für die Landwirte bedeutet.
Tettnang (dpa/lsw) - Die ersten Landwirte im Hopfenanbaugebiet rund um Tettnang (Bodenseekreis) starten mit der Ernte: Sie werden in diesem Jahr voraussichtlich 15 Prozent weniger ernten können als im letzten Jahr, wie Teresa Locher, Geschäftsführerin des Hopfenpflanzerverbandes Tettnang im Vorfeld mitteilte. Für 2026 rechnen die knapp 120 Betriebe mit etwa 2.300 Tonnen Ertrag. 2025 hatten sie etwas mehr als 2.700 Tonnen Hopfen geerntet. Die Ernte dauert voraussichtlich bis Mitte September.
Trockenheit und Hitze wurden in diesem Jahr für die Hopfenbauern zum Problem. «Wir erwarten eine recht schlechte Ernte», sagte Locher. Die Witterungsbedingungen im Frühjahr und während des gesamten Längenwachstums seien durchgehend sehr trocken gewesen. Das Vegetationsjahr 2026 sei Stand heute das Jahr mit den meisten Hitzetagen, also Tagen über 30 Grad Celsius gewesen. «Ab der Blüte war der Hopfen aufgrund vom ausbleibenden Niederschlag und den heißen Temperaturen in seiner Entwicklung und Abreife gehemmt.»
Das Gebiet rund um Tettnang ist deutschlandweit das zweitgrößte Hopfenanbaugebiet nach der Hallertau in Bayern. Die Landwirte erwarten durch die geringere Ernte weniger Einnahmen. Der Hopfen vom Bodensee wird zu 80 Prozent ins Ausland exportiert, wie Locher mitteilte. Er gehe vor allem in die USA und nach Asien.