Infizierter aus Karlsruhe auf Weg der Besserung
Erstmals wird das West-Nil-Virus bei Menschen in Baden-Württemberg nachgewiesen. Zwei Männer haben sich infiziert. Zumindest einem davon geht es schon besser.
Stuttgart/Karlsruhe (dpa/lsw) - In Baden-Württemberg haben sich zwei Männer im Alter von 28 und 83 Jahren im Raum Stuttgart und Karlsruhe mit dem West-Nil-Virus infiziert. Die Behörden gehen davon aus, dass sich die beiden Personen nicht kennen. Die erkrankte Person aus dem Raum Karlsruhe befinde sich auf dem Weg der Besserung, wie das zuständige Landratsamt auf Nachfrage mitteilte. Bei der Person gehe man davon aus, dass sie durch einen Mückenstich «im heimatlichen Umfeld» infiziert worden sei. Über den Zustand des anderen Mannes war zunächst nichts bekannt.
Es sind die ersten Menschen, bei denen im Südwesten das Virus nachgewiesen wurde. Beide Personen hatten sich zuvor nicht im Ausland aufgehalten, wie das Sozialministerium zuvor mitgeteilt hatte. Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung ist demzufolge im Normalfall nicht gegeben. Laut Ministerium ist es nicht überraschend, dass das West-Nil-Virus nun erstmals bei Menschen in Baden-Württemberg nachgewiesen wurde - es wurde bereits 2024 in Vögeln und Pferden im Land festgestellt.
In diesem Jahr bisher vier Fälle bundesweit registriert
Lokal erworbene West-Nil-Infektionen sind in Deutschland laut Ministerium seit 2019 bekannt. Sie seien zunächst überwiegend in ostdeutschen Bundesländern festgestellt worden, hieß es weiter. In diesem Jahr wurden demnach bis zum 7. Oktober vier Fälle dokumentiert: zwei in Berlin und jeweils einer in Sachsen und Rheinland-Pfalz.
Das West-Nil-Virus wird laut Robert Koch-Institut (RKI) hauptsächlich von Stechmücken zwischen wildlebenden Vögeln übertragen. Die Mücken können aber auch Menschen und andere Säugetiere infizieren.
Etwa 20 Prozent der Menschen, die sich mit dem West-Nil-Virus anstecken, entwickeln West-Nil-Fieber - eine fieberhafte, grippeähnliche Erkrankung. Nur etwa jede 100. infizierte Person erkrankt schwer. Das West-Nil-Fieber heilt in der Regel komplikationslos aus, schreibt das Robert Koch-Institut. Nur bei schwer erkrankten Patienten seien Spätfolgen relativ häufig.