Theater

Interne Krise im Staatstheater Wiesbaden spitzt sich zu

Das Führungsduo des Wiesbadener Staatstheaters gilt als zerstritten. Nun erreichen die Konflikte zunehmend die Bühne der Öffentlichkeit.

Außenansicht des Hessischen Staatstheaters in Wiesbaden. Foto: Jörg Halisch/dpa/Archivbild
Außenansicht des Hessischen Staatstheaters in Wiesbaden.

Wiesbaden (dpa/lhe) - Eine schon länger schwelende interne Krise im Staatstheater Wiesbaden spitzt sich zu. Nach einer veröffentlichten Kritik von Schauspieldirektor Wolfgang Behrens und Dramaturgin Anika Bárdos am Geschäftsführenden Direktor Holger von Berg sprachen die Träger des Theaters von «einseitigen öffentlichen Schuldzuweisungen und in dieser Form nicht überprüfbaren Anschuldigungen». Die beiden Träger, das hessische Kunstministerium und die Stadt Wiesbaden, kritisierten am Freitag, von Berg und Intendant Uwe Eric Laufenberg gelinge es als Bühnenleitung nicht, die «Störungen» im Betriebsklima gemeinsam zu beseitigen. Das Führungsduo gilt als zerstritten.

Newsletter

Holen Sie sich den WNOZ-Newsletter und verpassen Sie keine Nachrichten aus Ihrer Region und aller Welt.

Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

Ministerium und Stadt Wiesbaden geben nach eigenen Worten längst Hilfestellungen, etwa mit einer externen Mediation, Besprechungen zur Haushaltsführung und inzwischen auch mit einer Unternehmensberatung für Verbesserungsvorschläge. Das Budget des Staatstheaters müsse «im Einklang mit den Vorgaben der Haushaltsordnung des Landes» bleiben.

Schauspieldirektor Behrens und Dramaturgin Bárdos hatten erklärt, dass sie eine Zusammenarbeit mit dem Geschäftsführenden Direktor von Berg «nicht mehr für möglich erachten». Sie warfen ihm erhebliche Mängel in seiner Finanzplanung, Personalpolitik und Kommunikation vor. Von Berg wies die Kritik laut einer Theatersprecherin zurück und kündigte eine Stellungnahme im Laufe des Freitags an.

Das Kunstministerium teilte der Deutschen Presse-Agentur mit, die Zuschüsse von Stadt und Land für das Staatstheater Wiesbaden seien von 38,1 Millionen Euro für das Jahr 2019 auf 43,3 Millionen Euro 2022 gewachsen. Für 2023 seien es 43,9 Millionen Euro. Weitere Zahlungen seien hinzugekommen, etwa wegen der Corona-Pandemie und höherer Energiekosten, alleine 2022 zum Beispiel 1,5 Millionen Euro.

Intendant Laufenberg hat seinen Vertrag laut dem Kunstministerium auf eigenen Wunsch nicht über 2024 hinaus verlängert. Zum Beginn der Spielzeit 2024/25 werden die beiden neuen Intendantinnen Dorothea Hartmann und Beate Heine am Staatstheater Wiesbaden erwartet.