Marburg-Biedenkopf

Irritationen um Basteleien: Kita entschuldigt sich

Eine Praktikantin liest in einer Kita Kindern vor. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Illustration
Eine Praktikantin liest in einer Kita Kindern vor.

Amöneburg/Fulda (dpa/lhe) - Nach der Ankündigung, im Sinne der Diversität auf Basteleien zum Mutter- und Vatertag zu verzichten, hat sich eine katholische Kita im Landkreis Marburg-Biedenkopf bei den Eltern entschuldigt. Das ursprüngliche Schreiben habe für Irritationen bei der Elternschaft gesorgt, erklärte das Bistum Fulda am Dienstag. Darauf habe das Kita-Team mit einem zweiten Schreiben reagiert und um Entschuldigung gebeten. «Kita-Team und Elternbeirat sind nun im direkten Dialog: Man ist sich einig, dass das ursprüngliche Schreiben unglücklich und damit falsch formuliert war. In weiteren Gesprächen mit der Elternschaft sollen die Irritationen und Missverständnisse nun ausgeräumt werden.»

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Die Kita im Amöneburger Stadtteil Mardorf hatte geschrieben, Diversität erhalte in der heutigen Zeit einen immer höheren Stellenwert, daher wolle man diese vorleben und keinen Menschen ausschließen. Deshalb wolle man in diesem Jahr auf stereotype Geschenke wie Blumen für die Mutter oder Werkzeug für den Vater verzichten. Die Familienkonstellation Mutter-Vater-Kind sei nicht mehr die Norm heute und ein Vatertagsgeschenk ohne Vater in der Familie sei nicht nur ohne Wert, sondern könne auch die Identität des Kindes in Frage stellen.

Der Verzicht auf Mutter- und Vatertagsbasteleien war nach Angaben des Bistums Fulda in einer Teamsitzung beschlossen worden. «Eine missverständlich und damit falsch formulierte Begründung ließ bei einigen Adressaten offenbar Zweifel am Familienbild der Kita aufkommen», so das Bistum. Die Kita und das Bistum bedauerten die «Irritationen und Missverständnisse», die durch das Schreiben entstanden seien. «Gemeinsam stellen sie klar, dass die Kita auch weiterhin ein katholisches Profil hat und sich für das christliche Familienbild einsetzen wird, das die Rolle von Vater und Mutter mit einbezieht. Gleichzeitig werden andere Lebensmodelle und Realitäten nicht ausgeschlossen.» Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet.