Jagdminister will Waschbären stärker bejagen
Keine Schonzeit mehr für Hessens Waschbären. Nur so könne man den Problemen mit der invasiven Art Herr werden, betont Minister Jung. Die Kleinbären schadeten nicht nur der Artenvielfalt.
Wiesbaden (dpa/lhe) - Hessen will den Waschbären stärker auf den Pelz rücken. Die invasive Art vermehre sich rasant, habe fast keine natürlichen Feinde und bedrohe die heimische Artenvielfalt massiv, sagte Jagdminister Ingmar Jung (CDU) im Landtag in Wiesbaden. «Wenn wir dem Problem irgendwie Herr werden wollen, müssen wir den Waschbären konsequent und intensiv bejagen.»
Jung erinnerte daran, dass sich die schwarz-rote Regierung in ihrem Koalitionsvertrag auf eine Abschaffung der Schonzeit für Waschbären geeinigt hatte. Das Ministerium arbeite derzeit an einer fachlich sauberen Umsetzung dieses Beschlusses. Damit solle die Arbeit der Jäger unterstützt werden, die derzeit jährlich 30.000 Waschbären erlegten.
Die Tiere richteten teils erhebliche Schäden an Häusern, Gärten und Obstwiesen an, ergänzte Minister Jung. «Jeder, der mal Waschbären im Dach hatte, weiß, dass das alles andere als harmlos ist.» Für erwachsene Waschbären gilt in Hessen eine Schonzeit von März bis Ende Juni.