Programmvorstellung

«Jedermann wird Jedermensch»: Bad Hersfeld wagt Neues

Eine Shakespeare-Komödie, Musik im «Weißen Rössl» und die Suche nach Antworten auf Kernfragen des Lebens: Was die Festspiele im nächsten Jahr auf die Bühne bringen.

Wollen Bad Hersfeld zum «Salzburg des Nordens» machen: Intendantin Hesse und Oberspielleiter Schachermaier. Beide sind Österreicher und sind allein schon deshalb mit dem Salzburger Vorbild gut vertraut. Foto: Michael Bauer/dpa
Wollen Bad Hersfeld zum «Salzburg des Nordens» machen: Intendantin Hesse und Oberspielleiter Schachermaier. Beide sind Österreicher und sind allein schon deshalb mit dem Salzburger Vorbild gut vertraut.

Bad Hersfeld (dpa/lhe) - «Jedermann» ist als Theaterstück traditionell mit den Salzburger Festspielen verbunden. Die Bad Hersfelder Festspiele bringen im nächsten Jahr eine neue Interpretation des Schauspiels als «Jedermann wird Jedermensch» auf die Bühne. Die Neufassung soll nach Angaben von Intendantin Elke Hesse deutlich machen, dass sich alle Menschen - unabhängig von Nationalität und Geschlecht - mit den Kernfragen des Lebens auseinandersetzen sollen: «Wer sind wir - und vor allem: Wohin gehen wir?»

Inszeniert wird das Stück, das auf dem Bühnenklassiker von Hugo von Hofmannsthal beruht, von Michael Schachermaier. Der stellvertretende Intendant und Oberspielleiter der Bad Hersfelder Festspiele hatte in diesem Jahr mit seiner «Parzival»-Inszenierung ebenfalls eine bereits bekannte Erzählung neu interpretiert. 

Bad Hersfeld als «Salzburg des Nordens»

«Wir wollen gerne den Jedermann ins Hier und Heute führen», sagte Hesse. Die Intendantin hatte bei ihrem Antritt vor einem Jahr als Ziel ausgegeben, Bad Hersfeld zum «Salzburg des Nordens» zu machen. Das Stück eröffnet am 18. Juni 2027 die nächste Festspielsaison, die bis zum 15. August laufen wird. Hesse und Schachermaier sind Österreicher und allein schon aus diesem Grund bestens mit dem Salzburger Vorbild vertraut.

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Die Festspiele in Bad Hersfeld gehören zu den traditionsreichsten und bekanntesten in Deutschland. (Archivbild) Foto: Michael Bauer/dpa
Die Festspiele in Bad Hersfeld gehören zu den traditionsreichsten und bekanntesten in Deutschland. (Archivbild)

Neben «Jedermann wird Jedermensch» stehen im nächsten Jahr zwei weitere neue Produktionen auf dem Spielplan: William Shakespeares Komödie «Was ihr wollt» und das Musiktheater «Im weißen Rössl». In allen drei Stücken werde die menschliche Identität aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet: spielerisch und ernst, persönlich und gesellschaftlich, erklärte Hesse. 

«Achtsam morden» und Ödipussi

Fortgesetzt werden zwei erfolgreiche Produktionen aus der Spielzeit 2026: das Musical «Something Rotten!» und das Familienstück «Pippi Langstrumpf». Im Schloss Eichhof kommt die Loriot-Komödie «Ödipussi» erstmals auf die Bühne der Festspiele. Aufgeführt wird außerdem «Achtsam morden Teil II» nach dem Roman von Karsten Dusse.