Infektionsgefahr

Kampf gegen Tigermücke geht los: Hilferuf an Minister

Eine tote Asiatische Tigermücke ist zu sehen. Foto: Ennio Leanza/KEYSTONE/dpa/Archivbild
Eine tote Asiatische Tigermücke ist zu sehen.

Kehl/Stuttgart (dpa) - Am Oberrhein gehen Stechmückenjäger bald wieder gegen die Asiatische Tigermücke vor, denn das Insekt gilt als Überträger schwerer Krankheitserreger. Da sich die Tigermücken im vergangenen Hitzesommer ausbreiteten, betrifft die neue Runde der Bekämpfung bis zu 18 Kommunen der Region und damit deutlich mehr als zuvor. Das berichtete die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs) am Donnerstag auf Anfrage in Speyer.

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Die Stechmückenjäger werden vom Monatsende an in den Ländern Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen aktiv. Kehl im Ortenaukreis ist nach eigener Einschätzung ein «Tigermücken-Hotspot», denn es gebe im Stadtgebiet besonders viele dieser Stechmücken.

Die Grenzstadt in unmittelbarer Nähe zu Straßburg bat Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) bereits um Geld für den Kampf gegen das lästige Insekt. Der Brief werde vom Landesgesundheitsamt geprüft, berichtete das Stuttgarter Ministerium auf Anfrage - inhaltlich nahm es zu der Bitte aus Baden zunächst keine Stellung. Kehl ist besorgt, denn die Tigermücke breitet sich auch im benachbarten Elsass rasant aus. Gegen Larven der Tigermücke wird der biologische Wirkstoff Bti eingesetzt.

Klimabedingt wird Experten zufolge die Zahl der Tigermücken-Populationen weiter zunehmen, was das Thema möglicher Krankheitsfälle durch Dengue- oder West-Nil-Viren aufwerfe. Wie der Kabs-Verband mitteilte, müsse man sich im Hinblick auf Tropenkrankheiten aber derzeit keine Sorgen machen. Viren in den Tigermücken könnten sich nur bei sehr warmen Tagen und Nächten vermehren. «Vor dem Sommer passiert in der Richtung erstmal nichts», teilet eine Sprecherin mit. Die Wahrscheinlichkeit für einen tropischen Krankheitsfall sei in Deutschland weiter sehr gering.