Kaum Frühjahrsaufschwung am hessischen Arbeitsmarkt
Trotz Frühlingsbeginn bleibt die Jobsuche in Hessen zäh. Die Aussichten auf eine Trendwende sind angesichts der Weltlage trübe.
Frankfurt/Main (dpa) - Am hessischen Arbeitsmarkt ist der sonst übliche Aufschwung zum Frühjahr weitgehend ausgeblieben. Die Zahl der Arbeitslosen sank im März nur leicht auf 213.087 Personen, wie die Regionaldirektion der Arbeitsagentur mitteilte. Das waren 2.652 Menschen weniger als im Februar, aber 7.845 mehr als ein Jahr zuvor. Die Arbeitslosenquote ging im Vergleich zum Vormonat Februar um 0,1 Punkte auf 6,0 Prozent zurück.
Bereinigt um die Saisoneffekte sei die Zahl der Arbeitslosen sogar um rund 1.000 gestiegen, warnte Direktionschef Frank Martin. Er sagte: «Von einem klassischen Frühjahrsaufschwung ist derzeit nichts zu erkennen.» Stichtag für die Statistik war der 13. März.
Jobmaschine steht still
Die Arbeitsagentur sieht die Beschäftigungssituation in Hessen an einem kritischen Wendepunkt. Entgegen dem langjährigen Trend sei zuletzt die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten geschrumpft. Nach den jüngsten verfügbaren Daten aus dem Januar waren im Januar 2,76 Millionen Menschen in Hessen in entsprechenden Jobs angestellt. Das waren im Vergleich zum Vorjahresmonat 0,1 Prozent weniger. Die letzten Rückgänge hatten die Arbeitsagenturen während der Corona-Krise zwischen Mai 2020 und März 2021 registriert.
Hessen habe demografisch und wachstumsbedingt einen Peak bei der Beschäftigung erreicht, folgerte Martin. «Parallel erleben wir die Deindustrialisierung unserer Wirtschaft, die dem Einfluss der aktuellen geopolitischen Verwerfungen ausgesetzt ist.» Der Iran-Krieg habe ersten Anzeichen einer Erholung einen deutlichen Dämpfer gegeben. «Solange die Unsicherheit bei Energiepreisen bestehen bleibt, werden wir keinen Aufschwung und keine Erholung am Arbeitsmarkt beobachten.»