Ideenwettbewerb

Keine Elefanten-Ampeln in Gießen - aber andere Motive kommen

Unbestritten: Elefanten sind keine Menschen - deshalb dürfen sie auch nicht auf die Gießener Ampeln. Trotzdem sollen einige kreative Vorschläge aus dem Ideenwettbewerb jetzt Gestalt annehmen.

70 Vorschläge für die Ampelmännchen am Gießener Anlagenring waren bei einer Ideensammlung eingegangen. (Symbolbild) Foto: Christian Lademann/dpa
70 Vorschläge für die Ampelmännchen am Gießener Anlagenring waren bei einer Ideensammlung eingegangen. (Symbolbild)

Gießen (dpa/lhe) - Sympathisch, knuffig und doch leider nicht erlaubt: Auf den Fußgänger-Ampeln am Gießener Anlagenring werden auch künftig keine Elefanten-Motive zu sehen sein - obwohl sie sich bei einer Online-Ideensammlung als die beliebtesten erwiesen. 

Insgesamt 70 Vorschläge waren nach Angaben der Stadt bei der im August 2025 gestarteten Bürgerbeteiligung eingegangen. Darunter war auch eine Reihe von Entwürfen mit Elefanten - als augenzwinkernde Hinweise auf Gießens berühmt-berüchtigte Fußgänger-Überführung mit dem Spitznamen «Elefantenklo». Rund ein Drittel der abgegebenen Bewertungen sei für die Dickhäuter-Motive abgegeben worden und damit die Mehrzahl.

Eindeutige Symbole sind Pflicht 

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«Was so sympathisch daher kommt, ist allerdings leider nicht umsetzbar», bedauerte die Stadt. Der Grund: Laut bundesweit gültiger Straßenverkehrsordnung müsse ein Mensch auf einer Ampel zu sehen sein, der eindeutig das Gehen («Grün») oder Stehen («Rot») symbolisiert. Vor allem Menschen mit Sehbehinderung und Kinder müssten nämlich schnell erkennen können, was das Symbol bedeute - deshalb seien Tiere, reine Gegenstände, Fantasiezeichen oder Personengruppen als Ampelmotive nicht erlaubt. 

Damit scheiden auch weitere, ebenfalls beliebte Vorschläge wie Gießkannen als Symbol für Gießen, Schwäne in Anlehnung an den Gießener Schwanenteich sowie Entwürfe aus der Pop-Kultur (als Zeichen für die junge Stadt) aus. Auch die Gruppe der Schwätzer aus der Gießener Fußgängerzone, die sich ebenfalls unter den Motiv-Vorschlägen fand, entspricht nicht den Vorgaben - schließlich handelt es sich um ein Figuren-Trio und nicht um einen einzelnen Menschen.

Vier Ideen erfüllen Voraussetzungen 

Aus der Liste der kreativen Vorschläge seien diese vier Ideen als umsetzbar herausgearbeitet worden:

  • Ein Ampelmensch, der eine Gießkanne in der Hand hält - als Hinweis auf den Stadtnamen Gießen 
  • Ein Ampelmensch, der einen Basketball führt - als Hinweis auf die lebendige Basketball-Tradition der Stadt
  • Eine Figur mit Doktoranden-Hut - als Hinweis auf die Bedeutung der Hochschulen und Bildung in der Universitätsstadt 
  • Ein «Schlammbeiser», der einen Eimer und eine Schaufel in der Hand hält - als Hinweis auf die historische Figur, die einst die Gruben der Stadt leerte.

Schüler sollen Vorschläge umsetzen

Aus den vier Grundideen sollen in einem weiteren Schritt Grafiken erstellt werden, die auch technisch umsetzbar sind. Die Stadt arbeite dafür mit der Willy-Brandt-Schule zusammen, deren Schülerinnen und Schüler sich schon rege an dem Wettbewerb beteiligt hätten, hieß es. Im kommenden Schulhalbjahr soll sich die neue Abschlussklasse mit Schwerpunkt Gestaltung intensiv mit der Aufgabe beschäftigen - und die Entwicklung der neuen Ampelmännchen gestalterisch begleiten, hieß es. 

«Es freut mich, wie engagiert sich unsere Bürger*innen und insbesondere die Schüler*innen der Willy-Brandt-Schule bei diesem Projekt einbringen», erklärte Gießens Bürgermeister Alexander Wright (Grüne). «Zu wissen, dass ihre kreativen Ideen bald das Stadtbild prägen, ist für alle Beteiligten sicher eine schöne Motivation.»