Hirschberg

Grüne Liste Hirschberg nominiert ihre Kandidaten

18 Kandidaten für die Gemeinderatswahl am 9. Juni nominiert. Monika Maul-Vogt und Karlheinz Treiber führen die Liste an.

Die Grüne Liste Hirschberg besitzt fünf Gemeinderäte. Im neuen Gemeinderat soll diese Zahl nicht unterschritten werden. Die 18 Kandidaten für die Gemeinderatswahl wurden am Sonntag in Großsachsen nominiert. Foto: Philipp Reimer
Die Grüne Liste Hirschberg besitzt fünf Gemeinderäte. Im neuen Gemeinderat soll diese Zahl nicht unterschritten werden. Die 18 Kandidaten für die Gemeinderatswahl wurden am Sonntag in Großsachsen nominiert.

Die Grüne Liste Hirschberg (GLH) legt vor. Sie hat am Sonntag als Erste die 18 Kandidaten für die Gemeinderatswahl am 9. Juni nominiert (wir berichteten). Die anderen Fraktionen von Freien Wählern, CDU, SPD und FDP werden in den nächsten Wochen nachziehen. Der Grund für die Verspätung: Auf deren Listen finden sich mitunter noch weiße Flecken. Recht flott lief die Nominierung im Anbau der Alten Turnhalle in Großsachsen, die vom ehemaligen GLH-Vorsitzenden Egon Müller geleitet wurde. Jeder Kandidat stellte sich in wenigen Minuten vor. Dann wurden die Listenplätze 18 bis 7 en bloc geheim gewählt; über die restlichen Plätze musste einzeln abgestimmt werden. 24 Mal – also einstimmig – hieß es Ja. Somit stand die Liste. Darauf finden sich 10 Großsachsener und acht Leutershausener. Dies verleitet den Versammlungsleiter Müller zu dem Spruch: „Die Großsachsener haben die Nase vorn.“ GLH-Fraktionschefin Monika Maul-Vogt, die als Spitzenkandidatin ins Rennen geht, korrigierte ihn: „Hirschberg hat die Nase vorn.“ Müller sprach nach dem Dank an alle Bewerber noch die Hoffnung aus, dass Hirschberg ein Antreten der AfD erspart bleibe: „Die vielen Demos der letzten Tage geben mir Mut.“

Newsletter

Holen Sie sich den WNOZ-Newsletter und verpassen Sie keine Nachrichten aus Ihrer Region und aller Welt.

Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

Klimaschutz, Umweltschutz, Nachhaltigkeit

Klima- und Umweltschutz, Nachhaltigkeit, weniger Autos auf den Straßen, eine bessere Verkehrsmobilität, besserer ÖPNV, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Jugend- und Senioren, ökologische Wirtschaft oder soziale Gerechtigkeit wurden immer wieder als Motive genannt, warum sich die 18 Kandidaten einbringen beziehungsweise was sie verändern wollen.

"Hirschberg braucht die Grünen ganz dringend"

Dass die Gemeinderatsarbeit Spaß bereitet, zeigten die Stellungnahmen der amtierenden Gemeinderäte, von denen nur Leonie Mußotter nicht mehr antreten wird. Dr. Claudia Helmes, die seit 2002 in Hirschberg lebt, seit 2014 Mitglied der GLH ist und seit 2019 im Gemeinderat sitzt, meinte, dass sie gerne Kommunalpolitikerin sei. „Hirschberg braucht die Grünen ganz dringend. Denn der Klimaschutz muss vorangetrieben werden, sonst kommt er zu kurz“, betonte sie.

Helmes lobte das verabschiedete Klimaschutzkonzept, allerdings müsse man bei der Umsetzung ein Auge drauf haben. Gemeinderätin Manju Ludwig, die über den Runden Tisch Asyl zur GLH gekommen ist, sitzt seit eineinhalb Jahren im Gemeinderat und trat die Nachfolge von Jürgen Steinle an. „Für mich waren das bislang sehr wertvolle Erfahrungen. Ich will weitermachen, auch um einen Rechtsruck in Deutschland zu verhindern.“ Als passionierte Rad- und Zugfahrerin liegt der Programmiererin die Mobilität sehr am Herzen. Die generationenübergreifende Gerechtigkeit sowie der ressourcenschonende Umgang mit Natur, Boden und Wasser nannte sie als weitere Ziele ihrer Arbeit.

Karlheinz Treiber "alter Hase" in der Kommunalpolitik

Quasi ein alter Hase im kommunalpolitischen Geschäft ist der 67-jährige Karlheinz Treiber. 30 Jahre lang lebte er in Schriesheim; dort hat er die Altstadtsanierung mitgestaltet. Treiber ist zudem Gründungsmitglied der Grünen. „Seit fünf Jahren bin ich stellvertretender Bürgermeister. Die Arbeit macht Spaß und die Zusammenarbeit mit Bürgermeister Ralf Gänshirt ist gut.“ Treiber möchte selbst, aber auch mit der Fraktion weitere grüne Akzente in Zukunft setzen. „Als Mensch und als Opa habe ich eine Verantwortung für die Zukunft der Kinder.“

Spitzenkandidatin und Fraktionssprecherin Maul-Vogt liegen als Fachanwältin für Familien- und Sozialrecht die sozialen Themen sehr am Herzen: „Wir haben einiges im Gemeinderat erreicht, uns aber auch an vielem die Zähne ausgebissen.“ Dennoch will die GLH weiterhin Zähne zeigen und den Klima- und Umweltschutz vorantreiben. „Bei Sanierungen wird dank uns die energetische Sanierung immer mitgedacht.“ Ginge es nach der GLH, hätte die Gemeinde schon 2014 ein Klimaschutzkonzept gehabt, jetzt sei es mit Verspätung endlich verabschiedet worden. Auf die Umsetzung werde die GLH ein Auge haben.

Bezahlbarer Wohnraum und Kindergartengebühren

Maul-Vogt sah große Herausforderungen auf das neue Gremium zukommen. Als Grund nannte sie das Großprojekt Hallensanierung, Trainingshalle und neue Energiezentrale für Halle und Grundschule Großsachsen oder die Erschließung eines Neubaugebietes. Letzteres lehne man zwar ab, gleichwohl wolle die GLH bei der Realisierung ein Wörtchen mitreden und auf die sozialen und umweltpolitischen Aspekte achten. Bezahlbarer Wohnraum sowie Kindergartengebühren gehören für Maul-Vogt ebenfalls zum Komplex soziale Gerechtigkeit. Als Motto für den Wahlkampf formulierte sie den Spruch: „Lebensqualität erhalten, sichern und verbessern.“