Weinheim

Viele neue Gesichter bei den Grünen

36 Personen im Alten Rathaus als Kandidaten für den Weinheimer Gemeinderat nominiert. Elisabeth Kramer, Mathias Meder und Kerstin Treber-Koban führen die Liste an.

Die Spitzenkandidaten der Grünen für die Gemeinderatswahl (von links): Kerstin Treber-Koban, Elisabeth Kramer und Mathias Meder. Foto: Philipp Reimer Fotografie
Die Spitzenkandidaten der Grünen für die Gemeinderatswahl (von links): Kerstin Treber-Koban, Elisabeth Kramer und Mathias Meder.

Mit neun Stadträten sind die Grünen seit der Kommunalwahl 2019 die stärkste Fraktion im Weinheimer Gemeinderat. „Das möchten wir natürlich bleiben“, sagte die Fraktionsvorsitzende Elisabeth Kramer (Jahrgang 1946) am Freitagabend bei der Nominierungsversammlung im Alten Rathaus. Dabei ist ihr durchaus bewusst, dass die Grünen bundespolitisch derzeit viel Gegenwind erhalten. Aber gemeinsam mit Stadtrat Mathias Meder (Jahrgang 1976) ist sie davon überzeugt, dass die Weinheimer die Arbeit der Grünen in der Kommunalpolitik anders wahrnehmen.

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"Gute Mischung"

Auch die Co-Vorsitzende des Grünen-Ortsverbands Weinheim, Kerstin Treber-Koban (Jahrgang 1966), bescheinigte der Fraktion, in den vergangenen fünf Jahren erfolgreich für Weinheim gewirkt zu haben. Vor allem dank der guten Mischung aus erfahrenen und jungen Stadträten habe man immer wieder Akzente setzen können – zum Beispiel beim Klimaschutz, bei der Erhaltungs- und Gestaltungssatzung und bei der Unterstützung für die Zukunftswerkstatt.

Kramer, Meder und Treber-Koban führen auch die neue Kandidatenliste an, die bei einem dreistündigen Wahlmarathon unter der Leitung der Landtagsabgeordneten Fadime Tuncer beschlossen wurde. Mit einem Frauenanteil von 53 Prozent und einem Durchschnittsalter von 54 Jahren gehen die Grünen in den Wahlkampf.

Die Kandidaten der Grünen für den Weinheimer Gemeinderat wurden am Freitagabend im Alten Rathaus nominiert. Foto: Philipp Reimer Fotografie
Die Kandidaten der Grünen für den Weinheimer Gemeinderat wurden am Freitagabend im Alten Rathaus nominiert.

Neue Konkurrenz

Dabei müssen sie sich diesmal nicht nur mit dem „bürgerlichen Lager“ auseinandersetzen, sondern erstmals auch mit der „Wählervereinigung Mehr Demokratie“ (WMD). Beim Thema Bürgerbeteiligung und Umweltschutz gebe es zwar Schnittmengen, aber bei der Sozialpolitik eher nicht, so Kramers vorläufige Einschätzung zur WMD.

Aili Jiang mit 17 Jahren die Jüngste

Die Fraktionsvorsitzende, die seit 40 Jahren dem Gemeinderat angehört, ist mit 77 Jahren zwar die älteste Kandidatin auf der Liste. Aber ihrem Tatendrang und ihrer Freude am Gestalten – gemeinsam mit den jüngeren Mitstreitern – tue das keinen Abbruch, erklärte sie auf Nachfrage.

Die jüngste Bewerberin auf der Grünen-Liste ist die 17-jährige Aili Jiang, die im Wohnbezirk Sulzbach kandidiert. Die Grünen sind mächtig stolz darauf, dass sie mit der Abiturientin bereits zum dritten Mal eine Vorsitzende des Jugendgemeinderats für sich gewinnen konnten: Ihre Vorgänger Frieda Fiedler und Stefano Bauer schafften später auch den Sprung in den Gemeinderat, wobei Fiedler mittlerweile nach Heidelberg umgezogen ist und deshalb ihr Mandat in Weinheim aufgeben musste.

Andreas Marg kandidiert nicht mehr

Acht der neun amtierenden Grünen-Stadträte treten wieder an: Neben Kramer (Platz 1) und Meder (2) sind dies Jonathan Langenbach (4), Corinna Harnisch (6), Bauer (10), Hella Dannenmann (Lützelsachsen), Dr. Hubert Bayer (Rippenweier) und Wolfgang Benn (Sulzbach). Dr. Andreas Marg hat dagegen auf eine Kandidatur verzichtet und bewirbt sich am 9. Juni „nur“ für den Kreistag. Dass fünf der ersten zehn Plätze in der Kernstadt von neuen Bewerbern besetzt werden, ist sicher bemerkenswert: Neben Treber-Koban (3) sind dies Kevin Bohland (5), Thorsten Georgi (7), Lucas Ehret (8) und Jörg Steinbrenner (9). Insgesamt stehen 16 der 36 Personen zum ersten Mal auf der Kandidatenliste der Grünen, wobei nicht alle der Partei angehören. Da wird die Tradition der Grünen/Alternativen Liste (GAL) fortgesetzt.