Laser gegen Graffiti - wie die Bahnhöfe geputzt werden
Jede Menge Farbe, Millionen-Schäden: Wie die Bahn mit Lasern, Robotern und neuen Teams die Graffiti loswerden will. Und warum Sprayer noch 30 Jahre für ihre Werke zahlen können.
Stuttgart (dpa/lsw) - Jahr für Jahr muss die Deutsche Bahn mehrere Millionen Euro zahlen, um illegale Graffiti von Zügen und Anlagen zu entfernen. Mit Lasern sollen jetzt die gröbsten Schmierereien in den Bahnhöfen weggeputzt werden. «Die Methode entfernt Graffiti und Verunreinigungen durch Laserimpulse, ohne die darunterliegenden Materialien zu beschädigen», sagte eine Bahnsprecherin. Eingesetzt werde auch ein autonomer Reinigungsroboter, der größere Flächen auf dem Boden putzt.
Insgesamt ist der Frühjahrsputz an mehr als 200 großen und kleinen Bahnhöfen im Südwesten geplant, darunter sind die Hauptbahnhöfe in Freiburg, Karlsruhe und Ulm sowie die Stationen in Aulendorf, Bietigheim-Bissingen und Böblingen, Reutlingen, Schwäbisch Gmünd und Singen (Hohentwiel). Auch an rund 35 Bahnhöfen im Bereich der S-Bahn Stuttgart wird es laut Bahn einen großen Frühjahrsputz geben. Ziel sei es, im Frühjahr 2026 mehr als jeden vierten Bahnhof in Deutschland zu reinigen.
Vom Aufzugschacht bis zur Vitrine
Zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden daher nach Bahn-Angaben im Einsatz sein, um in den kommenden Wochen Bahnsteige, Treppen und Tunnel zu reinigen und Aufzugsschächte, Glasflächen, Bedienflächen an Automaten, Mobiliar und Vitrinen zu säubern. Die bundesweite Reinigungsaktion soll bis Ende Mai abgeschlossen werden.
Der ausgedehnte Frühjahrsputz ist Teil eines Programms für mehr Sicherheit und Sauberkeit an Bahnhöfen, das im Januar vorgestellt wurde. Die Bahn will auch mobile Handwerkerteams rekrutieren, die kleine Reparaturen gebündelt und schnell abarbeiten sollen.
Millionenschäden durch illegale Sprayer
Gleisanlagen, Züge und die Bahnhöfe sind nach Angaben des Unternehmens regelmäßig Ziel von Graffiti und Vandalismus. Der finanzielle Schaden allein durch Graffiti liegt laut Bahn konstant bei rund zwölf Millionen Euro pro Jahr. Hunderte von Sprayern werden Jahr für Jahr ertappt, aber viele kommen auch erfolgreich davon.
«Was den wenigsten klar ist: Auch wenn sie strafrechtlich unter das Jugendstrafrecht fallen und oft sogar ohne Strafe davonkommen, kann die DB den materiellen Schaden als zivilrechtliche Forderung über 30 Jahre im Nachhinein geltend machen», warnt die Bahn. So könnten noch Jahre später Beträge von Tausenden Euro eingefordert werden. In Extremfällen drohten im Falle einer Verurteilung bis zu zwei Jahre Gefängnis.