Lebenslange Haft für 41-Jährigen wegen Mordes
Ein Streit zwischen zwei Männern schwelte schon länger. Einer von ihnen griff schließlich zur Waffe und schoss auf seinen Gegner. Nun wurde er verurteilt.
Darmstadt (dpa/lhe) - Das Landgericht Darmstadt hat einen 41 Jahre altenMann wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Der Albaner hatte gestanden, im April 2024 in Rüsselsheim auf einen 45 Jahre alten Landsmann geschossen und ihn tödlich verletzt zu haben.
Der Tat voraus ging ein längerer Streit zwischen den beiden. Im Februar 2024 soll der später Getötete dem Angeklagten das rechte Ohrläppchen abgebissen haben.
Richter: Opfer war arg- und wehrlos
Der geständige Angeklagte hatte im April 2024 in Rüsselsheim vor einem Café auf seinen Gegner geschossen, ihn in einen Hof verfolgt und erneut abgedrückt. Das Opfer erlag wenige Tage später seinen Verletzungen.
«Das ganze Geschehen dauerte 25 Sekunden», sagte der Vorsitzende Richter Volker Wagner in der Urteilsbegründung und verwies auf Bilder von Überwachungskameras und einen Zeugen. Der 45-Jährige sei arg- und wehrlos gewesen.
Der 41-Jährige, der auf den Videos mit Handschuhen und Vermummung zu sehen war, hatte kurz vor der Tat einen Revolver sowie ein Auto gekauft und im Internet eine Reiseroute nach Schweden gesucht. «So verhält sich jemand, der töten will und weiß, dass er aus Rüsselsheim weg muss», sagte der Vorsitzende Richter.
Drogenhintergrund bei Opfer und Täter
Im Prozess habe nicht geklärt werden können, ob es bei dem Streit der beiden Männer um eine Frau, um einen Konflikt in der Drogenszene oder etwas anderes gegangen sei, erklärte das Gericht. Der Verurteilte habe Drogen konsumiert und gedealt. Der Getötete habe in Deutschland Verfahren wegen Drogendelikten hinter sich gehabt und als «harter Mann» gegolten, sagte der Richter.
Mit dem Urteil folgte die Kammer der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte auf Totschlag plädiert, weil sie keine Heimtücke sah. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.