Mängel bei Aktionsplan für Akzeptanz von Vielfalt
Wiesbaden (dpa/lhe) - Die Fortschreibung des hessischen Aktionsplans für Akzeptanz und Vielfalt ist laut Stimmen aus den Reihen der Landtagsopposition lückenhaft. Der neue Plan bleibe hinter den Erwartungen zurück, kritisierte der queerpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Florian Schneider, am Donnerstag in Wiesbaden. Unter anderem fehle die Thematisierung eines hessischen Antidiskriminierungsgesetzes.
Der Aktionsplan leiste unbestritten einen Beitrag zur gelebten Vielfalt der queeren Community, sagte die Vorsitzende der Linksfraktion, Elisabeth Kula. Trotzdem gebe es Lücken. Beispielsweise spielten Berufsschulen und Ausbildung keine Rolle. Die hessische Landesregierung hatte kürzlich den 2017 beschlossenen Aktionsplan zur gesellschaftlichen Akzeptanz von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt reformiert.
Als queer bezeichnen sich Nicht-Heterosexuelle beziehungsweise Menschen, die sich nicht mit dem traditionellen Rollenbild von Mann und Frau oder anderen Normen rund um Geschlecht und Sexualität identifizieren.
Der hessische Aktionsplan sieht in den kommenden Jahren 65 verschiedene Vorhaben in 10 Handlungsfeldern vor. Dazu zählen der Bildungsbereich, aber auch die Pflege, Altenhilfe und Landesverwaltung oder die Zusammenarbeit mit Migrantenorganisationen. Im derzeitigen hessischen Doppelhaushalt sind 2,2 Millionen Euro für den Aktionsplan vorgesehen.