Fußball-Bundesliga

Matanovic' Rückkehr ans Millerntor: «Ein besonderes Gefühl»

Für den gebürtigen Hamburger Igor Matanovic war das Millerntor-Stadion das Zuhause. Trotz der Verbundenheit zum FC St. Pauli vergrößert der Freiburger Doppel-Torschütze die Sorgen seines Ex-Clubs.

Matchwinner in der alten Heimat: Freiburgs Doppel-Torschütze Igor Matanovic (l) Foto: Christian Charisius/dpa
Matchwinner in der alten Heimat: Freiburgs Doppel-Torschütze Igor Matanovic (l)

Hamburg (dpa) - Igor Matanovic wusste, was er dem FC St. Pauli schuldig war. Nach seinen beiden Treffern für den SC Freiburg zum 2:1-Erfolg beim Kiezclub verzichtete der Stürmer auf jede Form von Jubel. «Für mich ist das natürlich ein besonderes Spiel gewesen», sagte der 22-Jährige nach der Partie. 

WNOZ WhatsApp-Kanal

Die Weinheimer Nachrichten und Odenwälder Zeitung auf WhatsApp! Aktuelle Nachrichten aus deiner Region. Die Top-Themen jeden Mittag frisch auf dem WhatsApp-Kanal.

Impressum

Für den gebürtigen Hamburger ist der Verein vom Millerntor eine bedeutsame Station in seiner Fußball-Vita. Im Alter von sieben Jahren wechselte er in die Jugendabteilung des FC St. Pauli - und blieb 13 Jahre. Die Bindung zur Hansestadt und zu seinem Herzensverein ist noch immer groß.

Igor Matanovic verzichtete bei seinen Treffern gegen den FC ST. Pauli auf Jubelgesten Foto: Christian Charisius/dpa
Igor Matanovic verzichtete bei seinen Treffern gegen den FC ST. Pauli auf Jubelgesten

Heimatgefühl beim Blick auf die Alster

«Wir haben an der Alster ein Hotel gehabt. Es hat mich gefreut, einfach wieder die Stadt Hamburg zu sehen», sagte er. «Und dass ich heute wieder am Millerntor war, war ein besonderes Gefühl.» Auch vor dem Spiel sei er positiv empfangen worden. «Das weiß ich wirklich sehr zu schätzen vom Verein.»

Mit seinen beiden Treffern gegen seinen Ex-Club bewies Matanovic, dass aus dem Hamburger Jung ein gestandener Bundesliga-Spieler geworden ist. Über den Karlsruher SC in der 2. Bundesliga und Eintracht Frankfurt war der kroatische Nationalspieler im vergangenen Sommer in Freiburg gelandet.

«Man muss einfach einen Verein verstehen. Du musst diese Werte und das, was der Trainer von einem will, adaptieren. Und dafür habe ich, muss ich sagen, ein bisschen gebraucht», berichtete er von seiner schwierigen Anfangsphase. Jetzt sei er froh, «über meine Spielzeit. Und dass die Tore auch dazu kommen, freut mich natürlich sehr.»

Matanovic immer besser

Sechs Tore erzielte er in den bisherigen zwölf Bundesligaspielen in diesem Jahr, dazu kommen noch zwei Treffer im September gegen den VfB Stuttgart (3:1). Auch in der Europa League traf er zweimal, zuletzt beim 5:1 gegen KRC Genk im Achtelfinal-Rückspiel.  

Matanovic ist in Freiburg angekommen. Bei seinem Trainer Julian Schuster und bei seinen Teamkollegen genießt er ein hohes Ansehen. «Er hat eine gewisse Zeit gebraucht, bis er im Detail verstanden hat, was wir verlangen», sagte Schuster. «Und das setzt er jetzt in Perfektion um.» 

Zufrieden mit der Entwicklung von Igor Matanovic: SC Freiburgs Trainer Julian Schuster. Foto: Christian Charisius/dpa
Zufrieden mit der Entwicklung von Igor Matanovic: SC Freiburgs Trainer Julian Schuster.

Mittelfeldspieler Maximilian Eggestein lobte: «Igor ist einfach ein Stürmertyp, den wir wahrscheinlich gesucht haben vor der Saison.» Insgesamt sei er ein «super Junge, der auch noch echt jung ist».

Am Montag zur kroatischen Nationalmannschaft 

Nur sprachlich tut sich Matanovic etwas schwer im Badischen. Er versuche schon, ein wenig Hamburgisches hereinzubringen mit einem Moin am Morgen. «Aber tatsächlich habe ich mich an das Servus und das 'sch" gewöhnt, an 'was laberscht du' und so was halt», erzählte er.

Matanovic durfte am Sonntagabend noch ein wenig Heimat genießen. Er reiste nicht mit der Mannschaft zurück, sondern übernachtete bei seinen Eltern. Aus gutem Grund: Am Montagmorgen steht die Reise mit der kroatischen Nationalmannschaft nach Orlando an. In den USA sind Länderspiele gegen Kolumbien und Brasilien geplant.

Er glaubt an St. Paulis Klassenverbleib

Von einer Sache ist er in jedem Fall überzeugt: «Ich bin mir sicher, dass sie in der Liga bleiben», sagte er über seinen FC St. Pauli. Mit seinen Toren hat er die Aufgabe Klassenverbleib für seinen Heimatverein nicht leichter gemacht.