Mehr queerfeindliche Straftaten: Neuer Beauftragter
Wiesbaden (dpa/lhe) - In Hessen hat die Zahl der Gewalttaten gegen queere Menschen deutlich zugenommen. Sie bewegten sich zwar noch auf einem niedrigen Niveau, dennoch sei ein klarer Anstieg erkennbar, teilte Justizminister Roman Poseck (CDU) am Freitag in Wiesbaden mit. Es sei von einer hohen Dunkelziffer auszugehen, da Straftaten oft nicht angezeigt würden.
Als queer bezeichnen sich Nicht-Heterosexuelle beziehungsweise Menschen, die sich nicht mit dem traditionellen Rollenbild von Mann und Frau oder anderen Normen rund um Geschlecht und Sexualität identifizieren.
In Hessen wurden im vergangenen Jahr 53 Fälle von Gewalt gegen lesbische, schwule, bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche sowie andere queere Menschen registriert, darunter 16 gefährliche Körperverletzungen. 2021 verzeichnete die Polizei 34 Fälle, wie das Ministerium mitteilte. Deutschlandweit stiegen die Straftaten gegen queere Menschen um über 15 Prozent.
Zum besseren Schutz vor queerfeindlichen Straftaten setzte das Ministerium einen Beauftragten bei der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt ein, einen Pressesprecher der Behörde, Nils Lund. Er sei bei der Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus angesiedelt und solle die hessenweite Verfolgung queerfeindlicher Straftaten koordinieren sowie den örtlichen Staatsanwaltschaften, der Polizei und den Verbänden aus der Community mit Rat und Tat zur Seite stehen. Zudem erhoffe er sich eine bessere statistische Erfassung der Fälle, um ein präziseres Lagebild zu erhalten, erklärte Poseck.