Tarifkonflikt

Warnstreiks im Nahverkehr gestartet - Tausende demonstrieren

Fahrtausfälle, Einschränkungen bei der Müllabfuhr und tausende Beschäftigte auf der Straße - mit weiteren Warnstreiks unterstreicht Verdi die Tarifforderungen im öffentlichen Dienst.

Tausende Beschäftigte sind in Frankfurt für die Tarifforderungen der Gewerkschaft Verdi im Tarifstreit des öffenlichen Dienstes bei Bund und Kommunen auf die Straße gegangen. Foto: Andreas Arnold/dpa
Tausende Beschäftigte sind in Frankfurt für die Tarifforderungen der Gewerkschaft Verdi im Tarifstreit des öffenlichen Dienstes bei Bund und Kommunen auf die Straße gegangen.

Frankfurt/Wiesbaden (dpa/lhe) - Mit weiteren Warnstreiks macht die Gewerkschaft Verdi Druck im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes bei Bund und Kommunen - das bekommen nun vor allem Fahrgäste im Nahverkehr zu spüren: Am Morgen legten Beschäftigte bei den Verkehrsgesellschaften VGF und ESWE in Frankfurt und Wiesbaden sowie bei den Offenbacher Verkehrsbetrieben die Arbeit nieder. Die Marburger Verkehrsgesellschaft wurde zudem eintägig bestreikt, dort standen sämtliche Stadtbusse still. 

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Betroffen sind vor allem die U- und Straßenbahnen in Frankfurt sowie Buslinien in Offenbach und Wiesbaden. Foto: Jörg Halisch/dpa
Betroffen sind vor allem die U- und Straßenbahnen in Frankfurt sowie Buslinien in Offenbach und Wiesbaden.

Durch den Ausstand fallen in Frankfurt bis einschließlich Donnerstag sämtliche Fahrten auf allen neun U-Bahn- sowie den zehn Straßenbahnlinien aus. In Offenbach sei etwa die Hälfte der Busfahrer im Ausstand und in Wiesbaden stehe der komplette Busverkehr, sagte der für Busse und Bahnen zuständige Verdi-Gewerkschaftssekretär Jochen Koppel. 

Ein Sprecher der lokalen Frankfurter Nahverkehrsgesellschaft traffiq bezeichnete die Auswirkungen als «bitter» für die Fahrgäste, doch könne man in Frankfurt mit S-Bahnen, Regionalzügen und städtischen Bussen zumindest Alternativen bieten. Viele Fahrgäste hätten sich nach den vorangegangenen Warnstreiks darauf bereits eingestellt. 

Am Vormittag gingen nach Verdi-Angaben in Hessens größter Stadt rund 8.000 Beschäftigte verschiedener Bereiche für die Tarifforderungen der Gewerkschaft auf die Straße, die Polizei schätzte die Teilnehmerzahl etwas niedriger. Verdi fordert unter anderem eine Tariferhöhung im Volumen von acht Prozent, mindestens aber 350 Euro mehr monatlich, und höhere Zuschläge für die Arbeit zu belastenden und ungünstigen Zeiten. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 14. bis 16. März in Potsdam geplant. 

Neben den bis Donnerstag andauernden Arbeitsniederlegungen in Frankfurt, Wiesbaden und Offenbach ist für diesen Mittwoch ein Warnstreiktag bei der Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG) geplant. Deshalb werden weder Busse noch Straßenbahnen auf den Linien 1 bis 29 fahren, wie die KVG mitteilte. Parallel dazu wollen in der nordhessischen Stadt Beschäftigte demonstrieren. 

Auch in anderen Bereichen kam es zu weiteren Warnstreiks: So liefen am Morgen unter anderem Warnstreiks in den Wiesbadener und Frankfurter Entsorgungsbetrieben an, die bis Samstag (15. März) dauern sollen. Arbeitsniederlegungen gab es zudem in Kliniken in Kassel, Frankfurt-Höchst sowie in Hanau, bei den Städtischen Bühnen Frankfurt und dem Frankfurter Grundversorger Mainova, wie es von der Gewerkschaft hieß.